Kooperation mit Premiere läuft weiter
Folgen der Vivendi-Krise für deutsche Töchter noch unklar

Die Krise der französischen Vivendi Universal sorgt auch auf dem deutschen Medienmarkt für Unruhe. Der zweitgrößte Medienkonzern der Welt ist mit zahlreichen Beteiligungen auch hier zu Lande aktiv.

hps/pes/pos/slo DÜSSELDORF. Dazu gehören etwa eine Kooperation mit dem Bezahlsender Premiere, das Internetportal Vizzavi, die Kinokette UCI, das Filmstudio Babelsberg, der Musik-Marktführer Universal Music und Vivendi Universal Interactive Publishing, eine Tochter für Video- und Computerspiele.

Alles laufe weiter nach Plan, war gestern die Losung bei Universal. Beim Bezahlsender Premiere, der seit Jahren mit dem Filmproduzenten Universal Studios zusammenarbeitet, herrscht daher Gelassenheit. "Wir erwarten keine Auswirkung auf unsere Zusammenarbeit mit unseren Partnerkanälen 13th Street und Studio Universal", sagte gestern eine Premiere-Sprecherin. Universal bietet über die beiden Filmkanäle Action und Horror-Filme sowie Hollywood-Spielfilme an.

Für Universal ist die Kooperation mit dem zur insolventen Kirch Media gehörenden Pay-TV Premiere ein wichtiger Bestandteil der Verwertungskette. Die beiden Kanäle sind rechtlich selbstständig und werden sendefertig bei Premiere angeliefert. Ein 1996 abgeschlossener Vertrag zwischen Kirch und den Universal Studios sicherte Kirch bis 2008 die Pay-TV-Rechte aller Neuproduktionen. Auf Grund von Zahlungsverzögerungen hat Universal allerdings die Filmlieferungen inzwischen eingestellt. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Universal Studios und Premiere sowie Kirch Media.

Auch die Konsequenzen für das gemeinsam mit dem Mobilfunkkonzern Vodafone betriebene Internetportal Vizzavi sind unklar. Eine wahrscheinliche Option ist, dass der Kooperationspartner Vodafone das verlustreiche Internet-Portal in Zukunft allein betreibt oder in den Konzern integriert. Vorerst werde der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten, heißt es in Kreisen. Eine offizielle Stellungnahme war bei Vizzavi in Düsseldorf nicht zu bekommen. Das Portal war nach mehreren Verzögerungen im Dezember 2001 in Deutschland an den Start gegangen.

Bei der Kinokette United Cinemas International (UCI), die in Deutschland 18 Multiplex-Kinos betreibt, wäre ein erneuter Gesellschafterwechsel keine Überraschung, so Marketing-Direktor Thomas Schülke. Europas größte Kinokette ist zu 50 % in Besitz der Vivendi-Tochter Universal Studios. Die anderen 50 % liegen beim US-Studio Paramount des Viacom-Konzerns. Vor Universal war unter anderem bereits der japanische Konzern Matsushita als Gesellschafter an Bord.

Stärker betroffen ist möglicherweise die Film- und Fernsehproduktion Studio Babelsberg bei Berlin. Seit 1992 ist Babelsberg 100-prozentige Tochter von Vivendi Deutschland. Ein Verkauf wäre denkbar, heißt es.

Universal Music, Berlin, ist mit über 30 % Marktanteil Marktführer im deutschen Musikmarkt. Das Unternehmen ist vollständig in den Mutterkonzern Universal Music integriert, so dass sich ein Eigentümerwechsel nicht isoliert auf Deutschland auswirken würde. Ein Verkauf an einen Konkurrenten gilt allerdings aus kartellrechtlichen Gründen als höchst unwahrscheinlich.

Die deutsche Vivendi Universal Interactive Publishing vertreibt Unterhaltungssoftware für Personal Computer und Videokonsolen. Der Bereich digitale Unterhaltung gilt als hochprofitabel. Ein Gesamtverkauf wäre möglich und sinnvoll, heißt es. Branchenriesen wie der US-Konzern Electronic Arts werden als potenzielle Interessenten gehandelt. Eine Stellungnahme war hier zunächst nicht zu erhalten.

Quelle: Handelsblatt

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