Kooperation mit Renault greift - Rekordergebnis
Massive Kostensenkungen bringen Nissan zurück in die Gewinnzone

"Nissan meldet sich zurück. Wir sind von der Notaufnahme auf die normale Klinikstation verlegt worden. Es bleibt weiter viel zu tun." So fasste Nissan-Präsident Carlos Ghosn die Lage des zweitgrößten japanischen Automobilherstellers am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Tokio zusammen. Mit einer langfristig angelegten Expansionsstrategie will Nissan Motor den dauerhaften Unternehmenserfolg sichern. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Renault-Konzern. Der französische Automobilhersteller hält seit zwei Jahren gut 36% der Nissan-Anteile.

ga/HB TOKIO. Den für das Geschäftsjahr 2000/01 (zum 31.März) proklamierten Fahrzeugabsatz von 2,72 Millionen Autos hat Nissan zwar nicht erreicht. Trotzdem zeigte sich Ghosn zufrieden mit dem Resultat von 2,63 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (Veränderung gegenüber dem Vorjahr: plus 4 %). Denn Nissan hat immer noch das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte geschafft: Bei einem Umsatz von 6,09 BillionenYen (etwa 56 Milliarden Euro) weist das Unternehmen einen Nachsteuergewinn von 331,1 (Vorjahr: Verlust von 684,4) Milliarden Yen aus. Nissan verdreifachte das operative Ergebnis auf 290,3 Milliarden Yen. Problemzone für Nissan bleibt Europa, wo der Verlust leicht von 38,1 auf 27,3 Milliarden Yen reduziert wurde. Das Unternehmen klagt vor allem über ungünstige Wechselkurse.

Vorrangige Ursache für das gute Konzernergebnis ist die leicht über der Planung liegende Kostenreduzierung im Einkauf um 11 %. Im Zuge einer gemeinsamen Einkaufsstrategie mit Renault wurde die Zahl der Zulieferer um ein Drittel auf 810 reduziert. Gleichzeitig hat Nissan drei eigene Werke geschlossen.

Hauptziel des jetzt von Ghosn - früher zweiter Mann bei Renault - verkündeten "Post-Revival-Plans" für die Zeit bis 2005 ist die Ausweitung des Absatzes um fast 40 % auf mehr als 3,7 Millionen Autos. Nissan wird künftig gemeinsam mit Renault Klein- und Mittelklasse-Pkw produzieren. Beide Seiten wollen mit einer umfassenden Gleichteile-Strategie massiv Kosten sparen.

Toyota, Japans größter Automobilhersteller, hatte am Mittwoch einen Rekordgewinn bekannt gegeben. Daimler-Chrysler-Partner Mitsubishi Motors will seine aktuellen Zahlen heute verkünden. Neue Probleme drohen dort wegen des Rückrufs von 250 000 Fahrzeugen.

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