Kooperationspartner
Siemens setzt Partner-Suche für Handy-Geschäft fort

Ungeachtet der Millionenverluste im abgelaufenen Geschäftsjahr will der Siemens-Konzern sein Handygeschäft eigenständig fortführen. Neben Umstrukturierungen sollen Kooperationen Kosten senken und die Entwicklungszeit verkürzen. Zudem hofft der Technologiekonzern auf eine deutliche Belebung des Mobilfunkmarktes im kommenden Jahr dank neuer Technologien.

dpa-afx MÜNCHEN. "Wir wollen unsere Unabhängigkeit im Geschäft mit Mobiltelefonen nicht aufgegeben", sagte Vorstandsvorsitzender Heinrich von Pierer am Rande der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag in München.

Suche nach Kooperationspartnern geht weiter

Siemens befinde sich weiterhin in Kooperations-Gesprächen mit einer Reihe von Handy-Herstellern, sagte von Pierer. Vor allem im Geschäft mit Mobiltelefonen der dritten Generation (UMTS) sowie digitalen Assistenten (PDA) sei eine Kooperation sinnvoll. Ziel einer solchen Zusammenarbeit solle es sein, die Produktionskosten und die Entwicklungszeit zu senken.

Die auf Grund von technischen Problemen bei UMTS-Mobiltelefonen auf Eis gelegte Kooperation mit der japanischen Elektronikfirma Toshiba werde die Bereitstellung von UMTS-fähigen Handys zum Jahresende 2002 jedoch nicht gefährdet. Zum Scheitern der Zusammenarbeit mit Toshiba sagte von Pierer, "die Kooperation habe sich nicht mit Leben füllen lassen.

Markteinführung von UMTS-Handys nicht gefährdet

Möglicherweise werde Siemens als OEM-Anbieter die Hardware von anderen Anbietern unter seinem eigene Namen anbieten, sagte von Pierer. Er schloss indes nicht aus, einen Teil der Herstellung der Mobilfunk-Endgeräte an andere Unternehmen auszugliedern. Rund 30 % könnten an andere Produzenten vergeben werden. Es komme für Siemens ein vollständige Ausgliederung jedoch nicht in Frage. "Die Fertigungskompetenz ist die Kernkompetenz von Siemens", sagte der Vorstandschef.

Konkurrenzunternehmen, darunter Ericsson und Alcatel , hatten in diesem Jahr ihre Handy-Produktion vollständig unter anderem an den US-Fertigungsspezialisten Flextronics International abgegeben.

Markterholung im nächsten Jahr erwartet

Pierer bekräftige in diesem Zusammenhang auch das Unternehmens-Ziel, auf dem Handymarkt die dritte Position anzustreben. Das Unternehmen brauche ausreichend Größe, um langfristig profitabel arbeiten zu können, sagte von Pierer. Mit Blick auf guten Entwicklungen in Entwicklungsmärkten wie China und Russland zeigte sich der Konzern-Chef überzeugt dieses Ziel zu erreichen.

Zwar erwarte Siemens im nächsten Jahr eine Markterholung durch die Einführung und Verbreitung von neuen Telekommunikationsstandards wie GPRS und UMTS.

Weitere Umstrukturierungen möglich

"Ich kann aber nicht garantieren, dass es nicht zu weiteren Restrukturierungen kommen wird", sagte von Pierer. Bisher hatte der Konzern den Abbau von weltweit mehr als 17 000 Stellen angekündigt.

Im Geschäftsbereich Mobilfunk (Information and Communication Mobile, ICM) seien jedoch die Umstrukturierungsschritte eingeleitet und bereits weitgehend umgesetzt, sagte von Pierer. Siemens arbeite bei den Handys bereits "wieder an der Gewinnschwelle". Pierer bestätigte zudem die Produktionsprognose für den gesamten Markt von rund 400 Mill. Stück. Für 2002 erwarte er Verkaufszahlen von 420 bis 450 Mill. Telefonen.

Renditeziele verschoben

Die bisherige mittelfristige Renditeplanung, Operation 2003, werde Siemens jedoch nicht erreichen. Das Ziel eine Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA-Marge) von acht bis 11 % zu erreichen, verschiebe sich um ein Jahr, sagte von Pierer.

ICM trug im Geschäftsjahr 2001 zum Siemens-Konzern-Umsatz von 81,66 Mrd. 11,15 Mrd. ? bei. Und war damit nach dem Bereich IC Networks die zweitwichtigste Umsatzstütze des Münchener Unternehmens. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwert-Abschreibungen war gleichzeitig aber von plus 718 Mill. im Vorjahr auf minus 307 Mill. ? eingebrochen.

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