Kopf-an-Kopf-Rennen zeichnte sich ab
US-Wahlkampf geht in die letzte Runde

ap TAMPA/USA. In den USA hat am Montag mit dem Labor Day (Tag der Arbeit) die traditionelle Endphase des Präsidentschaftswahlkampfs begonnen. Für die Wahl am 7. November zeichnet sich nach jüngsten Umfrageergebnissen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Vizepräsident Al Gore von den Demokraten und seinem republikanischen Kontrahenten George W. Bush ab. So offen wie in diesem Jahr war der Ausgang der Präsidentschaftswahl den Umfragen zufolge schon seit 40 Jahren nicht mehr, als die Kandidaten John F. Kennedy und Richard Nixon hießen. In den Wahlkämpfen der letzten Jahren lag zu diesem Zeitpunkt bereits ein Kandidat klar in Führung und war dann auch bei der Wahl im November der Sieger im Rennen ums Weiße Haus.

Gore und Bush konzentrieren ihre Kampagnen in den kommenden Tagen auf mehrere bevölkerungsreiche Staaten des Mittleren Westens und der Ostküste, die mit ihren Wechselwählern wohl den Ausschlag am Wahltag geben dürften. Gore und sein Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, Joseph Liebermann, starteten in Florida eine 27-stündige Non-Stopp-Tour, wo sie am Labor Day ihre Verbundenheit zur Arbeiterschaft betonten. Gore besuchte in der Nacht ein Cafe und sprach mit Serviererinnen. "Wir sind hier, um eure Arbeit zu würdigen", sagte Gore. Seine Mutter habe eine Zeit lang auch einen solchen Job gehabt, sagte er. Liebermann besuchte noch vor dem Morgengrauen eine Bäckerei und erinnerte dort an die Backstube, in der sein Vater arbeitete. Weitere Stationen ihres Wahlkampfmarathons waren Pennsylvania sowie Michigan, Kentucky, Ohio und Illinois, wo sie unter anderem Bauarbeiter Sandwiches brachten oder Krankenhausmitarbeiter im Nachtdienst begrüßten.

Bush wollte am Tag der Arbeit einen Vorort in Chicago besuchen und ein "Pfirsich-Festival" in Michigan. Ähnlich wie sein Konkurrent konzentriert sich Bush in den kommenden Tagen auf die Staaten Illinois, Michigan, Pennsylvania, Wisconsin, Indiana und Ohio.



Fernseh-Wahlkampf soll Wechselwähler überzeugen

Angesichts der knappen Umfrageergebnisse und der hohen Zahl der unentschlossenen Wähler kommt dem Fernsehwahlkampf eine immer größere Bedeutung zu. Zwischen Gore und Bush ist jetzt ein Streit über die geplanten Fernsehdebatten entbrannt. Bush schlug drei Debatten mit Gore vor, von denen allerdings nur eine der Empfehlung einer überparteilichen Kommission entspricht. Gore lehnte den Vorschlag umgehend ab und forderte seinen Herausforderer auf, der Empfehlung der Kommission zu folgen.

Nach Bushs Vorschlag soll das erste Streitgespräch am 12. September im Sender NBC in einer Sondersendung von "Meet the Press" stattfinden, das zweite am 3. Oktober in der CNN-Sendung "Larry King Live" und das dritte am 17. Oktober an der Washington-Universität in St. Louis im Staat Missouri. Außerdem schlug der texanische Gouverneur zwei Debatten der Kandidaten für das Vizepräsidentenamt vor.

Von den drei Diskussionsrunden der Präsidentschaftskandidaten entspricht nur die dritte dem Vorschlag der überparteilichen Kommission, der von Gore bereits akzeptiert wurde. Die Kommission empfahl drei öffentliche Streitgespräche mit einer Dauer von jeweils 90 Minuten, die von allen Fernsehsendern übertragen werden sollen. Die Debatten bei den Sendern NBC und CNN sollen dagegen nur 60 Minuten dauern. Gore kritisierte, dass bei den von Bush vorgeschlagenen ersten beiden Diskussionsrunden das Publikum begrenzt sei.



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