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Kopfgeldjagd im Internet vorbei: "Reality Runner" geschnappt

Ausgerechnet eine "Bild"-Reporterin enttarnte den Holländer namens Roger. Das Preisgeld geht an die Aktion "Ein Herz für Kinder".

dpa BERLIN. Die weltweit erste Menschenjagd gegen Geld im Internet und auf der Straße ist am Montag in Berlin vorzeitig zu Ende gegangen: Der so genannte "Reality Runner" wurde von einer 25- jährigen Journalistin erkannt und geschnappt, wie die Veranstalter mitteilten. Damit ist der "RealityRun" für Deutschland bereits acht Tage nach dem Start zu Ende.

Ziel des Spiels war es, 24 Tage rund um die Uhr den "Runner", einen Holländer namens Roger, übers weltweite Netz oder zu Fuß in der Hauptstadt zu jagen. Die Hatz war am vergangenen Montag unter großem Medieninteresse gestartet. Kritik an dem Spektakel hatten die Veranstalter zurückgewiesen und die Jagd gegen Geld mit dem normalen Versteckspiel verglichen.

Die Reporterin der "Bild"-Zeitung habe dem "Runner" in der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz aufgelauert und ihn erkannt, sagte ein Sprecher des Veranstalters der dpa. Roger war dort, um die Aufgabe zu lösen, die dem "Runner" täglich gestellt wird. In diesem Fall sollte er die Bücher eines Regals zählen und die Zahl an die Spielleitung weitergeben. Die Tagesaufgabe war jeweils im Internet zu lesen.

Der stellvertretende Chef der Berliner "Bild"-Regionalredaktion, Karsten Witzmann, sagte der dpa, der Fang sei ein Zufall gewesen. Die Journalistin sei losgeschickt worden, um eine Reportage über das Spiel zu machen. Dabei sei nicht abzusehen gewesen, dass sie dem "Runner" wirklich auf die Schliche komme.

Die Reporterin Jelena Nikolic sagte der dpa, sie habe "schon am Morgen Jagdfieber" gehabt. Roger zu schnappen sei ein "mordsmäßiger Kick" gewesen. Den "Runner" habe sie daran erkennt, dass er total verkabelt gewesen sei. "Ich habe für meine Geschichte dort viele Hunter interviewt, die ihn erwischen wollten. Wir wollten ihn alle erwischen. Dann ist er mir in die Arme gelaufen." Das Kopfgeld in Höhe von 10 000 $ (knapp 22 000 DM) werde an die Aktion "Ein Herz für Kinder" gespendet, da sie im Auftrag der Zeitung unterwegs gewesen sei.

Der Sprecher der ExtraMile AG, die die Jagd veranstaltet hatte, sagte, Roger habe nicht damit gerechnet, dass ihn jemand in diesem Moment finde. Er sei aber nicht traurig, sondern "sehr gefasst".

Der "Runner" musste täglich Aufgaben lösen und hatte weder Wohnung noch Ausrüstung, lediglich 2 500 $ Startgeld. Hinweise auf seine Aufenthaltsorte und ihn wurden ins Internet gestellt. Stellvertretend für die Internet-Nutzer, die nicht vor Ort sind und über das Netz Hinweise gaben, wurde der Runner von einem Kopfjäger namens "Jack Black" gejagt (www.realityrun.com). Nach Angaben der Veranstalter soll der "Reality Run" nun in einer anderen Stadt weitergehen - die Internet-Nutzer könnten nun über Wien, Amsterdam oder Melbourne abstimmen. Wann die Jagd weitergehe, sei derzeit unklar.

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