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Kopfschmerzen

Die Pharmakonzerne sind mittlerweile zum Opfer ihrer eigenen Erfolge der vergangenen Jahre geworden.

Die Gesundheitssysteme weltweit sorgen bei den meisten, die mit ihnen zu tun haben, für nicht geringe Kopfschmerzen. Patienten müssen für immer höhere Beiträge auf immer mehr Leistungen verzichten, Politiker im Zweifel immer mehr Steuermittel in die Systeme pumpen. Doch die größten Sorgen dürften zur Zeit die als Profiteure des Systems gehandelten Pharmakonzerne mit sich herumtragen.

Die Pharmakonzerne sind mittlerweile zum Opfer ihrer eigenen Erfolge der vergangenen Jahre geworden, schreibt die Unternehmensberatung Bain in einer neuen Studie über die Pharma-Industrie. Die Industrie habe sich durch den Erfolg der Blockbuster-Medikamente dazu verleiten lassen, nur noch auf diese Heilmittel zu setzen. Der Grund ist einfach: Während "normal-erfolgreiche" Medikamente etwa 5 % Rendite auf die eingesetzten Forschungsmittel erzielen, können es bei den erfolgreichen Blockbuster Medikamenten 50 bis 100 % Rendite sein.

Doch die Suche nach immer neuen Super-Pillen scheint in die Sackgasse zu führen. Die Firmen erhöhen ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung immer weiter. Doch dabei kommen immer weniger neue Medikamente heraus. Und es sind immer weniger echte Neuentwicklungen, stattdessen oft genug kleinteilige Weiterentwicklungen. Die großen Pharma-Firmen gehen diesen Weg zu einer Zeit, da viele ihrer gut verdienenden Patente auslaufen.

Wenn die Pharma-Branche sich heilen will, dann muss sie auf Nischen setzen, statt auf Blockbuster. Sie muss aber vor allem ihren Kapitaleinsatz besser steuern als bisher.

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