Kopplung der Managergehälter an die Gewinne im Fokus
IBM-Aktionäre untersuchen Verlagerung von Jobs ins Ausland

Die Aktionäre von IBM werden auf der Hauptversammlung im April über einen von den Gewerkschaften unterstützten Antrag im Zusammenhang mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen abstimmen: Es gilt festzustellen, ob die Gehaltspolitik für IBM-Manager eine Jobverlagerung in Billiglohnländer wie Indien oder China fördert.

Bloomberg NEW YORK. Ähnliche Diskussionen gibt es auch beim US-Mischkonzern General Electric Co. und dem Telekomkonzern Sprint Corp. Marktforschern zufolge werden in den nächsten 14 Jahren rund 3,3 Millionen US-Dienstleistungsjobs ins Ausland verlagert. Damit gingen Jahresgehälter von insgesamt 136 Mrd. $ verloren. In Indien verdient ein Programmierer rund 12.500 $ im Jahr, ein Sechstel seines US-Kollegen.

Die Jobverlagerung ins Ausland ist auch ein Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Unter George W. Bush gingen in den USA 2,1 Millionen Arbeitsplätze verloren. Senator John Kerry, der aussichtsreichste Kandidat der Demokraten, kritisiert die Unternehmen, weil sie Jobs im Ausland ansiedeln.

IBM will 3000 Arbeitsplätze in Niedriglohnländer wie Indien und China verlagern. Der weltgrößte Computerkonzern beschäftigt Menschen in über 160 Ländern. Die Gehälter sind an die Gewinnentwicklung gekoppelt, was für börsennotierte Konzerne nicht ungewöhnlich ist.

Das ermutige die Manager aber, kurzfristige Sparpotenziale auszuschöpfen, um den Gewinn anzuheben, kritisiert die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA). Ihr Pensionsfonds hält Aktien von IBM und hat den Antrag eingebracht. IBM wird dieses Jahr 15.000 neue Leute einstellen, was die Belegschaft auf 319.000 Mitarbeiter erhöht, kündigte der Computerhersteller an. Rund 4500 Neueinstellungen sind für die USA vorgesehen.

Gleichzeitig hat der IBM-Verwaltungsrat hat vier Milliarden Dollar für den Rückkauf von Aktien der Gesellschaft bewilligt. IBM will die Aktien je nach Marktkonditionen von Zeit zu Zeit am offenen Markt oder in privaten Transaktionen zurück kaufen, gab das Unternehmen bekannt.

Quelle: Handelsblatt Nr. 039 vom 25.02.04

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