Korea als Vorbild
Taiwan schlägt China Gipfeltreffen vor

China wies das Angebot umgehend zurück und erneuerte seine Forderung nach Anerkennung der Souveränität.

AP TAIPEH. Unter dem Eindruck des historischen Koreagipfels vor einer Woche will sich nun auch der neue taiwanische Präsident mit dem Staatschef der Volksrepublik China treffen. `Die Koreaner haben einen historischen Schritt nach vorne getan", erklärte Chen Shui-bian am Dienstag vor Journalisten in Taipeh. `Auch wir können Veränderungen erreichen und Geschichte schreiben." Weiter sagte Chen, er hoffe, seinem Pekinger Kollegen Jiang Zemin die Hand reichen zu können. Der Gipfel könne an jedem Ort und in jedem Rahmen stattfinden, den Jiang wünsche.



China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz

Bisher war es zwischen der kommunistischen Volksrepublik und dem kapitalistischen Taiwan lediglich zu inoffiziellen Kontakten gekommen, zuletzt 1998 in Peking. Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan, das sich 1949 während des Bürgerkriegs abspaltete, als abtrünnige Provinz. Die Pekinger `Ein-China-Politik" postuliert, dass Taiwan untrennbarer Teil von China ist. Die Volksrepublik hat Taiwan immer wieder gedroht, zur Wiedervereinigung notfalls auch Gewalt anzuwenden.

Chen erklärte auf seiner ersten Pressekonferenz seit seinem Amtsantritt im vergangenen Monat weiter, er habe in seinem Arbeitszimmer ein Foto mit dem historischen Händedruck zwischen den Staatschefs von Süd- und Nordkorea, Kim Dae Jung und Kim Jong Il, aufgehängt. `Wir haben einen starken internationalen Trend hinter uns". Chen war früher einer der entschiedensten Verfechter einer taiwanischen Unabhängigkeit, milderte seine Aussagen aber im Wahlkampf und nannte ein Referendum über die Unabhängigkeit nur als letztes Mittel im Fall eines chinesischen Angriffs.



Ablehnung aus Peking

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums reagierte auf den Vorschlag aus Taipeh mit der Forderung, Chen müsse zunächst das Ein-China-Prinzip anerkennen. Peking sei aufrichtig an einem Dialog interessiert und habe alles getan, was möglich sei. Chen lehnt Vorbedingungen für ein Gipfeltreffen ab, hat jedoch erklärt, er sei damit einverstanden, das Ein-China-Prinzip ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen.

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