Kosmetikriese steigt offenbar in Dax auf
Allianz will Beiersdorf-Aktien platzieren

Die Allianz AG lotet Möglichkeiten der Platzierung ihres Aktienpaketes an der Beiersdorf AG aus, was dem im M-Dax notierten Hamburger Kosmetikkonzern den Aufstieg in den Dax sichern würde.

beu/lip HAMBURG. Die Gespräche hierüber befinden sich aber noch in einem frühen Stadium, erfuhr das Handelsblatt aus Frankfurter Bankenkreisen.

Der Münchener Versicherungsriese hält 43,6 % der Beiersdorf-Aktien. Die Allianz stellt auf Anfrage klar, dass sie keine Mehrheit und auch keine Option hierauf besitzt.

Aus Frankfurter Bankenkreisen hieß es gestern, es sei denkbar, dass die Allianz dem 30 %igen Beiersdorf Großaktionär Tchibo-Holding AG die Mehrheit durch die Abgabe von 20 % verschafft. Für die Platzierung der restlichen Allianz-Anteile sind offenbar zwei Modelle im Gespräch: Eine Option ist der Verkauf der Beteiligung an institutionelle Investoren sowie über die Börse (secondary placement).

Standortsicherung soll gewährleistet sein

Die zweite Variante beinhaltet die Abgabe an einen in- oder ausländischen Kosmetikkonzern. Dieser könnte mit Zustimmung des Mehrheitsaktionärs Tchibo die industrielle Führerschaft bei Beiersdorf übernehmen. Die Allianz strebt hierbei den höchstmöglichen Kaufpreis an, hat aber die industriepolitischen Folgen für Beiersdorf fest im Blick, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen von Tchibo.

So sollte der industrielle Partner mehrere Bedingungen erfüllen. Dazu gehört unter anderem die Standortsicherung. Beiersdorf-Sprecher Peter Nebel: "Uns ist jeder Großaktionär willkommen, der unser Erfolgsmodell weiterführen lässt - dazu gehört auch Tchibo".

Tchibo will sich von Reemtsma trennen

Damit scheinen die Spekulationen um einen Verkauf des gesamten Beiersdorf-Pakets an einen Konkurrenten vom Tisch zu sein. Interesse an den Hamburgern haben Henkel, L?Oreal und Procter & Gamble. Bei diesem Millarden-Deal verdiente die Allianz über den reinen Verkauf an der Börse hinaus. Zum einen dürfte Tchibo bereit sein, der Allianz einen Paketaufschlag zahlen, wenn ihr der Versicherungsriese die Mehrheit an dem Kosmetikgiganten verschafft. Zum andern profitiert ihre Enkelgesellschaft und Frankfurter Investmentbank, Dresdner Kleinwort Wasserstein, an der Abwicklung. Ein Allianz-Sprecher lehnte hierzu jeden Kommentar ab.

Die Übergabe der Beiersdorf-Mehrheit an die Tchibo-Holding könnte erfolgen, - wie es aus Tchibo-Kreisen heißt - bevor sie ihre Zigarettentochter Reemtsma zur Finanzierung dieses Deals verkauft hat. Tchibo ist für eine Zwischenfinanzierung solide. Die Finanzholding will sich von dem Zigarettenmulti (West) trennen. Sie steht dabei nicht unter Zeitdruck.

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