Kosten im Griff
UBS mit kräftigem Neugeldzufluss

Der Schweizer Finanzkonzern UBS hat im dritten Quartal mit einem kräftigen Zufluss an Neugeld seine Stellung als führende Vermögensverwaltungsbank der Welt behauptet. Die Kosten blieben unter Kontrolle und die Bank konnte die Ertragsrückgänge angesichts der Marktabschwächung in Grenzen halten.

Reuters ZÜRICH. Der Gewinn des dritten Quartals lag mit 942 Mill. sfr um vier Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres aber ein knappes Drittel unter den 1331 Mill. sfr des zweiten Quartals. Die Markterwartungen eines Gewinnes von gut 800 Mill. sfr konnte die UBS aber weit übertreffen.

Für das ganze Jahr erwartet UBS wie bisher schon einen Gewinn unter dem Rekordniveau des Vorjahres von 4,97 Mrd. sfr. In den ersten neun Monaten 2002 kam UBS auf einen Gewinn von rund 3,64 Mrd. sfr und in dieser Grössenordnung dürfte auch der Jahresgewinn liegen, da der Gewinn des vierten Quartal durch eine Sonderabschreibung aufgebraucht werden dürfte. UBS will den Markennamen PaineWebber mit einem Bilanzwert von einer Mrd. sfr im Zuge einer Vereinheitlichung des Markenauftritts zu Lasten des vierten Quartals abschreiben. Das vierte Quartal dürfte auf jeden Fall volatil bleiben, sagte Konzernleiter Peter Wuffli auf einer Telefonkonferenz.

Im Gegensatz zu UBS rechnet der benachbarte Finanzkonzern Credit Suisse im dritten Quartal vor allem wegen der hohen Fehlbeträge bei der Versicherungstochter Winterthur mit einem Quartalsverlust, der sich laut Analystenschätzungen auf bis zu zwei Mrd. sfr belaufen könnte.

Verwaltete Vermögen sinken

Die verwalteten Vermögen gingen infolge schwächerer Märkte um sechs Prozent zurück und betrugen 2070 Mrd. sfr im Vergleich zu 2198 Mrd. zur Jahresmitte. Im Privatkundengeschäft betrug der Netto-Neugeldzufluss aber hohe 12,7 Mrd. sfr. Im Geschäft mit internationalen Kunden verzeichnete die Bank einen Rekordzufluss von 9,8 Mrd. sfr, der sich auf sämtliche Regionen verteilt habe. Damit zusammenhängend betrug der Erfolg im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft 4299 Mill. sfr nach 4826 Mill. im Vorquartal und 4783 Mill. im Vorjahresquartal.

Bei einem gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent ermässigten Geschäftsertrag von 8000 (Vorjahresperiode 8704) Mill. sfr sank der Geschäftsaufwand im Gleichschritt auf 6788 (7418) Mill. sfr. Gegenüber dem Vorquartal ermässigte sich der Ertrag schneller als der Aufwand und das Aufwand/Ertragsverhältnis verschlechterte sich.

Der Zinserfolg nach Wertberichtigung für Kreditrisiken, die mit 95 Mill. sfr den Vorjahresstand von 171 Mill. sfr deutlich unterschritten, stieg im Jahresvergleich um 69 % und im Vergleich zum Vorquartal um 13 % auf 2631 Mill. sfr. Der Bestand an notleidenden Krediten ermässigte sich gegenüber dem Vorquartal um knapp acht Prozent auf 11,6 Mrd. sfr. Allerdings seien die Prognosen für das internationale Kreditumfeld ungünstig, erklärte die UBS weiter.

Deutlich unter den Vergleichswerten lag der Handelserfolg mit gut einer Milliarde sfr nach mehr als zwei Mrd. vor Jahresfrist.

Im Investmentbanking, wo UBS Warburg wegen der Fehlbeträge von UBS Capital einen Gewinnrückgang auf knapp die Hälfte verbuchen musste, verzeichnete UBS nach eigenen Angaben Marktanteilsgewinne. Wie ein Klotz am Bein muss der Konzern ein weiterhin Verluste produzierendes Private Equity-Geschäft mitschleppen, das mit 418 Mill. sfr immer noch einen hohen Minusbetrag verzeichnete und wo die Verlustphase noch nicht zu Ende ist.

Der für mehr als zehn Mrd. $ übernommene Bereich PaineWebber arbeitete sich weiter an die Gewinnschwelle heran. Der Verlust vor Steuern sank auf 124 Mill. von 230 Mill. sfr vor Jahresfrist. An der Börse stieg die UBS-Aktie im Rahmen des Marktes um knapp ein Prozent auf 67,50 sfr.

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