Kosten in den Griff bekommen
Analysten von Daimler-Chrysler angetan

Sehr angetan zeigen sich Analysten von den Drittquartalszahlen von Daimler-Chrysler. "Sie waren deutlich besser als erwartet", sagt Georg Stürzer von HVB Equity Research.

vwd FRANKFURT. Positiv stimme ihn vor allem, dass der Automobilkonzern zum zweiten Mal in diesem Jahr den Gewinnausblick angehoben habe - auf mehr als fünf Milliarden Euro. Stürzer rechnet mit 5,6 Milliarden Euro bis zum Ende des Jahres. Auch im vierten Quartal werde voraussichtlich ein höheres Ergebnis erzielt, da das dritte Quartal in der Automobilbranche erfahrungsgemäß eher schwächer ausfalle, nicht zuletzt wegen der Werksferien bei der Chrysler-Tochter in den USA.

Die hohen Verluste der Aktie stünden wohl unter dem Motto "Sell on good News", sagt Stürzer. Deutlich besser als erwartet hat sich nach seiner Aussage das Frachtgeschäft entwickelt. Der Branchenkenner führt dies in erster Linie auf die Freightliner-Sparte zurück, die sich gut entwickelt habe. Ähnliches gelte für die Chrysler-Tochter. "Das US-Geschäft hat sich insgesamt erfreulich stabilisiert", sagt Stürzer. An der Kaufempfehlung "Outperformer" werde sich daher nichts ändern. HVB Equity Research erwäge aber, das Kursziel auf 60 von derzeit 65 Euro zu senken. Als Begründung führt er höhere Rückstellungen für die Pensionsfonds von Chrysler an.

Einen Wermutstropfen im positiven Zahlenwerk sieht Michael Raab von Sal. Oppenheim. Die Zahlen der Sparte Mercedes-Benz/Smart sei wider Erwarten rückläufig. Zwar habe man hier mit gestiegenen Kosten in Folge der Einführung neuer Modelle der E-Klasse in Nordamerika und Großbritannien gerechnet, ebenso mit Aufwendungen für das "Face-Lifting" der S-Klasse. "Dennoch werden wir uns das schwache Ergebnis in dieser Sparte genauer anschauen müssen", sagt der Analyst.

Unter dem Strich trage aber vor allem das Kostenmanagement in den USA Früchte. Bei Chrysler seien positive Volumeneffekte hinzugekommen, durch die die Stückkosten hätten gesenkt werden können. Der Tritt des Chrysler-CEO Dieter Zetsche auf die Kostenbremse habe sich somit ausgezahlt, heißt es. Auch von Sal. Oppenheim wird Daimler-Chrysler weiter mit "Outperform" empfohlen. Nach den Zahlen werde man das Kursziel von derzeit 56,20 Euro revidieren - "wahrscheinlich nach oben", wie es heißt. Mit Blick auf den Einbruch der Aktie macht sich der Analyst wenig Sorgen: Trotz "Sell on good News" verliere das Papier weniger stark als der Markt. "Auch hier also ein 'Outperfomer'", sagt Raab.

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