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Kosten schmälern Krones-Gewinn - Diskussion um 40-Stunden-Woche

(dpa-AFX) Neutraubling - Der Abfüll- und Verpackungsmaschinenhersteller Krones < Krn3.ETR > hat im ersten Halbjahr 2004 wegen höherer Rohstoffkosten und des anhaltenden Preiskampfes nur einen schwachen Gewinnzuwachs verbucht. Der Unternehmensvorstand kündigte an, zur 40-Stunden-Woche zurückkehren zu wollen. Eine Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland werde nicht ausgeschlossen, sollte es zu keiner Einigung mit den Arbeitnehmern kommen, sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus am Dienstag. Die im Mdax < Mdax.ETR > notierte Aktie gab am Dienstag leicht nach.

(dpa-AFX) Neutraubling - Der Abfüll- und Verpackungsmaschinenhersteller Krones < Krn3.ETR > hat im ersten Halbjahr 2004 wegen höherer Rohstoffkosten und des anhaltenden Preiskampfes nur einen schwachen Gewinnzuwachs verbucht. Der Unternehmensvorstand kündigte an, zur 40-Stunden-Woche zurückkehren zu wollen. Eine Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland werde nicht ausgeschlossen, sollte es zu keiner Einigung mit den Arbeitnehmern kommen, sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus am Dienstag. Die im Mdax < Mdax.ETR > notierte Aktie gab am Dienstag leicht nach.

In den ersten sechs Monaten sei der Überschuss um 1,7 Prozent auf 35,0 Millionen Euro gestiegen, teilte das Neutraublinger Unternehmen mit. Der Umsatz legte hingegen um 8,0 Prozent auf 775,1 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich um 9,3 Prozent auf 58,7 Millionen Euro. Gut habe sich der Auftragseingang mit einem Plus von 18,2 Prozent auf 784,9 Millionen Euro entwickelt, hieß es. Die höchsten Zuwächse seien dabei in den Regionen Nordamerika, Asien/Pazifik und in den ehemaligen GUS-Staaten verbucht worden.

Prognose Bestätigt - Investitionen Zurückgefahren

Seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Krones. Nach 1,435 Milliarden Euro im Vorjahr soll der Umsatz in diesem Jahr auf mehr als 1,55 Milliarden Euro klettern. Langfristig soll der Umsatz weiter um fünf bis zehn Prozent wachsen. Der Jahresüberschuss soll sich 2004 ebenfalls erhöhen, allerdings prozentual unterhalb des Umsatzwachstums.

Die Investitionen seien im ersten Halbjahr deutlich zurückgeschraubt worden, teilte das Unternehmen weiter mit. Diese sanken von 24,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 13,5 Millionen Euro.

Aktie Verliert Leicht - Analysten Belassen Einstufung Unverändert

Der Kurs der Krones-Aktien gab am Dienstag bis 13.45 Uhr um 0,57 Prozent auf 78,35 Euro nach. Gleichzeitig verlor der Mdax 0,39 Prozent und sank auf 4.974,67 Punkte. Hsbc bestätigte die Aktien mit "Add". Auch das Kursziel von 80 Euro bleibe unverändert, sagte Analyst Richard Schramm. Der Jahresüberschuss werde voraussichtlich weniger stark wachsen als der Umsatz. Dies sorge für eine gewisse Enttäuschung. "Die Tendenz bleibt aber positiv. Krones hat eine Ausnahmestellung in der Branche."

Mario Endner von der Bayerischen Landesbank äußerte sich zufrieden. "Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sieht eigentlich ganz gut aus." Einzig die Diskrepanz zwischen Ebit und Jahresüberschuss lasse "noch ein kleines Fragezeichen" stehen. Die Probleme mit hohen Materialkosten würden sich voraussichtlich wieder entspannen. Endner beließ die Aktie bei "Übergewichten", das Kursziel setzte er auf 100 Euro.

Diskussion UM Arbeitsplatzverlagerung

Trotz der an sich günstigen Bedingungen für den Export hätten vor allem die stark gestiegenen Rohstoffpreise und die höheren Lohnkosten die Umsatzrendite beeinträchtigt teilte das Unternehmen weiter mit. Durch den anhaltenden Preiskampf hätten Kostensteigerungen nicht an die Kunden weitergegeben werden können.

Daher wolle das Unternehmen mit seinen 8.724 Mitarbeitern zur 40-Stunden-Woche zurückkehren, sagte Finanzvorstand Thaus. Sollte es in den derzeit laufenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmern keine Einigung geben, würde eine Verlagerung der Produktion ins Ausland nicht ausgeschlossen. "Wir müssen uns neuen Herausforderungen stellen, um im Vergleich zu anderen Ländern wettbewerbsfähig zu bleiben."

Das Modell des Vorstands sehe fünf Stunden Mehrarbeit pro Woche vor, die abhängig vom Unternehmenserfolg vergütet werden sollen, sagte Thaus. Die Abschaffung der 35-Stunden-Woche sei notwendig, um den Produktions-Standort Deutschland voll zu erhalten. "Wenn wir nichts machen, holen uns die neuen EU-Länder und China ein."

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