Kosten soll um mindestens ein bis zwei Mrd. DM reduziert werden
Volkswagen setzt auf Wachstum in China

Die Zukunft von Volkswagen hängt entscheidend von der Entwicklung der Exportmärkte ab. Hier seien die Chancen sehr unterschiedlich: Probleme sieht der Konzern in Südamerika. In China dagegen wird die Produktpalette erweitert.

Reuters/vwd WOLFSBURG. Der VW-Konzern hat am Donnerstag anlässlich seiner Bilanz-Pressekonferenz erstmals den Ergebniseffekt durch die Umstellung der Bilanz auf internationale IAS-Regeln mitgeteilt. Demnach erhöht sich das Ergebnis vor Steuern im Konzern gegenüber dem bisher verwandten HGB-Abschluss nach IAS um 0,7 Milliarden DM auf 7,5 Milliarden DM. Das IAS-Ergebnis nach Steuern wurde in den Presseunterlagen zur Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag mit 5,9 Milliarden DM angegeben, es ist damit um 1,9 Milliarden DM höher als nach dem im Februar präsentierten HGB-Abschluss. Demnach hatte sich der Konzern-Jahresüberschuss im Jahr 2000 um 144 Prozent auf 4,0 Milliarden DM erhöht.

Die Volkswagen AG, Wolfsburg, will die im laufenden Jahr angestrebte Ergebnissteigerung in allen Konzernbereichen erzielen. "Von diesem Ziel haben wir keine einzige Marke und Region ausgenommen", sagte Finanzvorstand Bruno Adelt am Donnerstag während der Bilanzpressekonferenz in Wolfsburg. In Südamerika wird indessen mit einer geteilten Entwicklung gerechnet. So gestalte sich in Argentinien die Lage weiterhin schwierig, da bislang positive Signale für eine gesamtwirtschaftliche Trendwende fehlten, heißt es im Geschäftsbericht.

Für VW stehe die Anpassung der Kapazitäten und Kostenstrukturen in der Automobil- und Zulieferindustrie an das geringe Marktwachstum im Vordergrund, was auch in den nächsten Jahren zu Ergebnisbelastungen führen werde. Vorstandsmitglied Martin Winterkorn sagte, dass die Probleme der Kapazitätsanpassungen in Argentinien alle Hersteller hätten. In Brasilien hingegen rechnet VW im laufenden Jahr mit einer weiteren Festigung des Aufwärtstrends, allerdings mit einer deutlichen Verschiebung innerhalb der Pkw-Marktsegmente bis hin zu Einstiegmodellen mit geringen Margen. Zudem sei derzeit noch unsicher, inwieweit weltwirtschaftliche Einflüsse diese Entwicklung beeinträchtigen würden.

In Südafrika wird Produktion reduziert

In Südafrika strebt der Automobilkonzern im Jahr 2001 eine Reduzierung der Produktionskomplexität der lokal gefertigten Fahrzeuge sowie Ergänzungen der Importpalette an. In der Region Asien/Pazifik will VW den Anteil am Konzernabsatz auf mittelfristig über zehn (acht) Prozent steigern. Die Marktführerschaft in China soll mit der Erweiterung der Produktpalette gefestigt werden. In Japan werden seit Beginn des Jahres VW-und Audi-Modelle über getrennte Händlernetze vertrieben, um die Absatzschancen beider Marken weiter auszubauen. Eine weitere Absatzsteigerung und zufriedenstellende Ergebnisse hat sich der Konzern im laufenden Jahr für Nordamerika vorgenommen.

Allerdings werde deren Umsetzung wesentlich von der Stärke und Dauer des US-Konjunkturrückganges beeinflusst, heißt es weiter. Neue Impulse würden insbesondere von der Einführung des "Passat" und des "Jetta Variant" erwartet. Ausgegangen wird aber von einem verstärkten Druck auf die Margen. Um bei Rolls-Royce/Bentley höhere Absatzzahlen erreichen zu können, baut VW derzeit das Händlernetz weiter aus. Die Weiterführung und Umsetzung der eingeleiteten Strategien werde auch künftig zu Ergebnis- und Umsatzbesserungen führen. Der positive Trend bei Skoda werde durch die erfolgreiche Premiere der "Fabia"-Modelle und die Weiterentwicklung des "Octavia" unterstützt.

Teil der Belgien-Produktion wird nach Spanien verlegt



VW will den weiteren Angaben zufolge die Produktion der derzeit in Belgien gefertigten Seat-Modelle "Toledo" und zum einem geringen Teil auch des "Leon" nach Spanien verlegen. Auch außerhalb des Landes soll der Bekanntheitsgrad der Marke gesteigert werden. Wichtiges Absatzziel seien für Seat die Wachstumsmärkte Zentral- und Südamerikas, so dass die Geschäftstätigkeit der Marke von März an auf dem mexikanischen Markt ausgeweitet wird. Die Tochter Audi erwartet im laufenden Jahr eine Nachfragesteigerung sowie Ergebnis- und Umsatzzahlen auf Vorjahresniveau. Vorrangiges Ziel seien der Aufbau der Wettbewerbsposition und die nachhaltige Sicherung des Unternehmenserfolges.

Hierfür würden die 2000 eingeführten Produkte eine solide Basis bilden. VW will im Bereich der Nutzfahrzeuge seine Position als Anbieter von Transport- und Freizeitfahrzeugen weiter ausbauen. Der Bereich der leichten Nutzfahrzeuge besitze noch ein großes Wachstumspotenzial. Für das Pkw-Segment strebt der Vorstand weitere Ergebnis- und Renditeverbesserungen an, vor allem über Erlös- und Kostenoptimierungsprogramme. Weitere Neuerungen und Ergänzungen der Produktpalette würden das hohe Absatzniveau sichern

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Höhere Beteiligung an Scania weiter offen

Weiterhin teilte der Volkswagen-Konzern mit, dass er sich die Option für eine höhere Beteiligung beim dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania oder eine Kooperation mit einem anderen Hersteller weiter offen lasse. Konzern-Chef Ferdinand Piech sagte heute in Wolfsburg, Pläne wie zum Beispiel die Erhöhung von Beteiligungen im Nutzfahrzeugbereich oder eine Kooperation mit anderen Herstellern würden von VW permanent geprüft. An schierer Größe sei Volkswagen dabei nicht interessiert, betonte Piech. Vielmehr müsse sich eine derartige Zusammenarbeit langfristig auszahlen und die Unternehmenskulturen harmonisieren. An eine Akquisition von Nutzfahrzeug-Herstellern in den USA, denke er aber nicht sagte Piech heute.

Zu der Frage der Verwendung der kürzlich zurückgekauften zehn Prozent eigener Aktien fügte Piech hinzu: "Es ist nicht unsere Absicht, diese wieder in den Markt zurückzugeben."

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