Kostenabbau geplant
Ernst & Young rechnen mit weniger Wachstum

Die Wirtschaftsprüfergesellschaft Ernst & Young rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit deutlich weniger Wachstum. Angepeilt sei ein Plus von etwa zwölf Prozent, sagte der scheidende Vorstandschef der Ernst & Young Deutsche Allgemeine Treuhand AG (Stuttgart), Dietrich Dörner, am Mittwoch.

dpa STUTTGART. Im Rumpfgeschäftsjahr 2001 (1. Januar bis 30. Juni) war der Umsatz der Gruppe einschließlich der tschechischen Tochter noch um 24 % auf 243 Mill. ? geklettert. Angesichts der schwachen Wirtschaftsentwicklung sei die Prognose aber immer noch beachtlich. "Wir sind nicht so konjunkturabhängig wie Unternehmensberatungen", sagte Dörner zur Begründung.

Kostenabbau geplant

Dennoch müsse Ernst & Young seine Kosten senken, zum Beispiel im EDV-Bereich. Der Gewinn in dem durch eine Umstellung entstandenden Rumpfgeschäftsjahr lag bei 30,0 Mill. DM, wurde aber durch einen Verlustvortrag fast vollständig aufgezehrt.

Ernst & Young will in Zukunft vom Trend zu mehr Übernahmen und Verkäufen bei mittelständischen Unternehmen profitieren. Aber auch bei den großen Konzernen will man den Konkurrenten Marktanteile abtrotzen. Ein geplantes Gesetz verpflichte Aufsichtsräte dazu, die Aktionäre über die genauen Kosten der Wirtschaftsprüfer zu informieren.

Nicht nur auf Firmenzahlen achten

Die Unternehmen würden daher stärker auf die Unabhängigkeit der Kontrolleure achten und die Vermischung von Prüfung und Beratung vermeiden, sagte der künftige Ernst & Young-Chef Herbert Müller. Dadurch komme mehr Bewegung in den Markt.

Auf Unternehmenszahlen allein dürften sich Prüfer nicht verlassen, betonte Dörner. Ein Beispiel sei der größte Konkursfall in der Wirtschaftsgeschichte, die Pleite des amerikanischen Energiehändlers Enron. Es sei daher nach wie vor wichtig, auch ein Gefühl für das Unternehmen zu bekommen. "Das fängt bei der Chefsekretärin oder dem Pförtner an. Prüfer brauchen einen siebten Sinn", sagte der Branchenveteran, der seit 1996 an der Spitze von Ernst & Young steht. Sein Nachfolger Müller übernimmt das Amt des Vorstandschefs zum 1. Januar 2002.

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