Kostendruck und Internationalisierung führen zur Konzentration: In der Fondsbranche überleben nur die Großen

Kostendruck und Internationalisierung führen zur Konzentration
In der Fondsbranche überleben nur die Großen

Die Investmentbranche steht vor einschneidenden Veränderungen. Wenige große Gesellschaften werden in ein paar Jahren das Geschäft in der Vermögensverwaltung mit privaten und institutionellen Kunden bestimmen. Davon geht Peter Schwicht, Leiter des institutionellen Geschäfts in Kontinentaleuropa bei JP Morgan Fleming, aus.

FRANKFURT/M. Langfristig könnten nur wenige, aber große Spieler überleben, stimmt Friedrich von Nathusius, Geschäftsführer von Citigroup Asset-Management, zu. Auch Günter Merl, Chef der Landesbank Hessen-Thüringen, erwartet schwer wiegende Veränderungen im so genannten Asset-Management. Seine Bank stützt sich deshalb im Fondsbereich auf heimische Produkte. Für Wachstum und Erweiterung der Produktpalette setzt er auf Kooperationen wie bei Unternehmensanleihen in der Zusammenarbeit mit Northern Trust.

Die momentane Marktlage bei Aktien werde die Entwicklung beschleunigen, betont Schwicht. Der Kostendruck steige, die Tendenz zur Internationalisierung nehme zu. Der steigende Aufwand könne nur durch Größeneffekte aufgefangen werden, erklärt von Nathusius. Angesichts der Situation sieht Schwicht in den nächsten fünf Jahren eine ähnliche Entwicklung vorher, wie sie sich im Investment-Banking bereits zeigt: Häuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und Merrill Lynch dominieren dieses Geschäft.

Im Asset-Management erkennt der Experte gute Chancen für Fidelity, Merrill Lynch, Invesco und JP Morgan Fleming, in der Top-Liga mitzuspielen. Auch die beiden Schweizer Häuser Credit Suisse und UBS zählt er zu den Kandidaten. Die Deutsche Bank besitze ebenfalls das Potenzial, in die weltweite Spitzengruppe hineinzustoßen. Das reklamiert auch die Citigroup für sich.

Die Veränderungen böten zugleich eine Chance für flexible Nischenspieler, erklärt von Nathusius. "Auch da kann gutes Geld verdient werden, beispielsweise von Spezialisten für bestimmte Investmentstile, etwa bei der Ausrichtung auf Wachstumsaktien", meint Christian Schlenger, Geschäftsführer bei Alpha Portfolio Advisors.

Nach der Einschätzung Schwichts kann an Deutschland keiner der internationalen Spieler im Investmentgeschäft vorbeigehen. Hier liege das größte Wachstumspotenzial in Europa, schon allein durch die Pensionsreform. Der britische Markt sei bereits gesättigt. In den USA gebe es Möglichkeiten, noch zuzulegen. Und in Asien sei die Lage ziemlich undurchsichtig.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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