Kostendruck zwingt Sparkassen zu Kooperationen
Landesbanken müssen umsteuern

Investmentbanker halten Fusionen von Landesbanken und Sparkassen für sinnvoll. Doch eine schnelle Änderung der Geschäftsmodelle bei Sparkassen erwarten sie nicht, hier bremse die Politik. Eine stärkere Kooperation der Sparkassen fordert der Bundesobmann der Sparkassen.

rob/cd FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Sparkassen müssen sich auf ihre Stärken besinnen. Dazu zwingt sie die Brüsseler Entscheidung vom Dienstag, die öffentlichen Bankgarantien abzuschaffen. Eine schnelle Änderung der Geschäftsmodelle wird es nach Ansicht von Investmentbankern nicht geben. Als Bremse wirke die Politik. Es verstärke sich jedoch der Druck, in Bereichen wie EDV oder der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden zu kooperieren.

Zudem hält Jan P. Weidner, Managing Director bei Morgan Stanley, Fusionen bei Landesbanken rund um die drei Großen - Bayerische Landesbank, Westdeutsche Landesbank und Landesbank Baden-Württemberg - für möglich. Eine Super-Landesbank werde es jedoch nicht geben. Mit Übernahmen von Großbanken rechnet er nicht. Attraktiv seien nur Bereiche, in denen die Landesbanken spezielles Know-how und einen Wettbewerbsvorsprung entwickelt hätten wie etwa bei Projekt-, Flugzeug- und Strukturierter Finanzierung.

Allerdings dürften gerade dies die Bereiche sein, um die die Landesbanken ihr künftiges Geschäft aufbauen, um wettbewerbsfähig zu werden. Ansgar Zwick, Managing Director von Merrill Lynch, sieht weitere Stärken der Institute in der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden und im klassischen Kreditgeschäft, wo sich die Geschäftsbanken zurückzögen. Hier gebe es großes Wachstumspotenzial, das es zu heben gelte. Zudem seien die Margen deutlich höher, als im heute umfangreich betrieben Geschäft mit Großkrediten, betonte Hermann Prelle, Managing Director bei UBS Warburg.

Die Fusion von Landesbanken mit Sparkassen macht nach Ansicht von Weidner Sinn, da sich hierdurch etwa die Refinanzierung verbilligt, die Risiken diversifiziert und das Asset Management im Spezialfondsbereich ausgebaut werden könnte. Allerdings sei es bislang schwierig gewesen, ein vertikales Zusammengehen durchzuführen wie das Beispiel der Sachsenholding zeige, ergänzt Zwick.

Der Zugang zum Kapitalmarkt ist ein weiteres Problem, das die Landesbanken bewältigen müssen. So sei etwa mit Verkäufen von Beteiligungen zu rechnen. Längerfristige Projekte seien mögliche Börsengänge von Finanzholdings der Landesbanken und speziellen Teilbereichen, urteilte Zwick.

Verbund ist keine Hänematte

Die Brüsseler Entscheidung wird laut Prelle dazu führen, dass die Groß-Sparkassen sich in recht kurzer Frist noch breiter aufstellen werden. Prelle rechnet mit ersten Börsengängen in zwei bis drei Jahren. Dann hätten sie bessere Chancen zu wachsen und andere Sparkassen aufzunehmen. Dagegen erwartet der Chef der Stadtsparkasse Köln und Bundesobmann der Sparkassen, Gustav Adolf Schröder kaum direkte Auswirkungen für den Sektor. "Im Grunde ändert sich nichts".

Indirekt träfen die Institute aber die künftig schlechteren Refinanzierungsbedingungen der Landesbanken. Damit stiegen für die Sparkassen als Großkunden der Landesbanken ihre Refinanzierungskosten. Da es kaum möglich sei, die Konditionen für Kunden zu verteuern, "müssen die Institute ihre Apparate verschlanken", fordert Schröder. Beispielsweise müsse die Wertpapierabwicklung zusammengeführt werden. Im Jahr 2000 war der Versuch gescheitert, die WestLB-Tochter WPS als zentralen Abwickler der Sparkassenorganisation zu installieren. Richtschnur bei der Abwicklung müssten allein die Kosten sein. Wenn die Sparkassenorganisation nicht die günstigsten Verfahren bereitstelle, so Schröder, müssten Sparkassen sich bei privaten Konkurrenten orientieren: Schließlich "ist der Verbund ist keine Hängematte".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%