Kostenloses Telefonieren als Treueprämie
Pipps will etablierten Rabattsystemen Paroli bieten

Freiminuten statt Bonuspunkte. Auf dieser Idee basiert das neue Kundentreuesystem "Pipps", mit dem das Münchner Jungunternehmen Dumont & Dearest GmbH den bisherigen Kartenprogrammen à la Payback, Happy Digits und Co. etwas entgegen setzen will.

HANDELSBLATT, 5.2.2003 tel FRANKFURT. Seinen ersten Einsatz hatte Pipps in den vergangenen Wochen bei einem bundesweiten Gewinnspiel der Fast-Food-Kette McDonalds, bei dem Pipps-Telefoneinheiten als Preise ausgegeben wurden. Doch dabei soll es nach dem Willen von Geschäftsführer Peter Dumont nicht bleiben - bis zur Jahresmitte will er fünf bis sieben Unternehmen als Partner für das neue Kundentreuesystem gewinnen. Die Verhandlungen mit einem Handelsunternehmen seien recht weit gediehen. Daneben gebe es Gespräche mit einer gesetzlichen Krankenkasse, einer Online-Bank, einer Tankstellenkette und einem Medienunternehmen.

Den Sofortnutzen für den Verbraucher sieht Dumont als entscheidenden Vorteil seiner Treueprämie an. "Kunden wollen direkten Nutzen - keine Kaffeemaschine nach zehn Monaten Sammelphase", zieht er gerne den Vergleich zu bestehenden Systemen.

Dass die noch verbesserungswürdig sind, hat das Europäische Handelsinstitut (EHI) in einer europaweiten Untersuchung herausgefunden. "Die Prämien sind oft zu wenig attraktiv, und man braucht sehr hohe Mindestpunktzahlen, um diese einzulösen", sagt EHI-Beraterin Sarah Schäfer.

Bei Pipps erhält der Kunde nach dem Kauf eine Karte, auf der er eine Pin-Nummer freirubbeln kann. Diese gibt er dann unter einer kostenlosen 0800-Nummer ein und kann seine Bonusminuten sofort abtelefonieren - im Festnetz oder allen Mobilfunknetzen. Die Telefonminuten können aber auch gesammelt werden. Für einen Einkauf von 20 Euro beispielsweise werden 50 Pipps gutgeschrieben. Sie entsprechen 50 kostenlosen Minuten bei Festnetzgesprächen oder fünf Minuten von Handy zu Handy.

"Dieser Sofortnutzen differenziert die Karte im Vergleich zu bestehenden Kundensystemen", meint Michael Witt, Bereichsleiter Retail/Consumer Products bei der Kölner Beratungsfirma ML Business Solutions. Fraglich sei aber, ob mit Telefonieren als Prämie auch eine emotionale Bindung des Kunden erreicht werde.

Bei Payback, dem bundesweit größten Bonusprogramm mit aktuell über 21 Millionen eingesetzten Karten, sieht man den Newcomer gelassen. Durch den Sofortnutzen erziele man keine Kundenbindung, heißt es auch hier. Schließlich wolle man mit den eingesetzten Prämien erreichen, dass sich die Kunden auch weiter im Kreis der Partner bewegen. Holger Schmieding, Experte für Kundenbindungssysteme bei ML Business Solutions, sieht ein weiteres Problem: Wenn Pipps wie im McDonalds-Gewinnspiel auch Einmalkarten als Treueprämie vergibt, fallen die Informationen über das Käuferverhalten sehr viel spärlicher aus als bei den bekannten Bonuspunktesystemen. Deren Kundenbindungsmaßnahmen basieren schließlich auf der softwaregestützten Auswertung des Einkaufsverhaltens der Karteninhaber.

Quelle: Handelsblatt

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