Kostensenkung für LKW-Ortung
Flottenmanagement über das Handy-Netz

Ein elektronisches Flottenmanagement mit LKW-Standortbestimmung ist für ein Logistik-Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Mit Hilfe der neuen Technik kostet es die Firmen künftig deutlich weniger, die LKWs zu orten.

HB DÜSSELDORF. Beim Speditionsunternehmen Hein aus Hardheim bei Würzburg gehört die Information der Kunden über den aktuellen Status einer Lieferung inzwischen zum selbstverständlichen Service. Denn die 80 Fahrzeuge des Mittelständlers sind mit Ortungsgeräten ausgestattet, die den GSM-Mobilfunk mit dem satellitengestützten Global Positioning System (GPS) kombinieren. Durch die Ankoppelung an die Informationszentrale Fleet Servicer der ProTime GmbH und den Einsatz einer Flottenmanagementsoftware hat nicht nur der Disponent in der Spedition jederzeit einen genauen Überblick über den Aufenthaltsort der Fahrzeuge. Auch der Kunde kann diese Informationen passwortgeschützt über das World Wide Web oder per Mobiltelefon abrufen.

"Servicemonteure haben so zum Beispiel die Möglichkeit, ihre Zeitpläne an die Ankunft der benötigten Ersatzteile anzupassen und können sogar über Handy jederzeit den aktuellen Lieferstatus abfragen", sagt Geschäftsführer Oliver Hein. Die Optimierung der Fahrzeugrouten, eine pünktlichere Anlieferung durch Vermeidung von Staus und die bessere Auslastung der LKWs durch die Zusammenlegung von ursprünglich getrennten Fahrten sind weitere positive Effekte für die Spedition. Seit die Ortungsgeräte installiert sind, muss der Disponent auch erheblich seltener die Fahrer auf ihren Handys anrufen. Die Folge: Eine erhebliche Reduzierung der vorher sehr hohen Kommunikationskosten bei dem Transportdienstleister.

Mit rund 750 Euro pro Fahrzeug sind die Satelliten-Ortungsgeräte allerdings nicht gerade billig. Komplettlösungen für eine mittlere Spedition schlagen mit mindestens 50 000 Euro zu Buche. Deshalb verfügen bisher nur rund fünf Prozent der Transportunternehmen in Deutschland über ein Flottenmanagementsystem.

Die Auswahl an entsprechenden Lösungen ist indes groß. Zu den Anbietern zählen neben ProTime unter anderem Advanced InfoData Systems, Aplicom, Blaupunkt, Corbit, Euro Telematic, GAP, Gedas Telematics, IVU Traffic Technologies, PTV, Socrates, Teldatrans oder Truck 24. Daneben bieten auch Mobilfunknetzbetreiber oder spezielle Dienstleister wie Vodafone, Hutchison Telecom oder Daimler-Chrysler Services Fleet Management Flottenmanagement-Lösungen auf Leasing-Basis an.

Die mobile Steuerung der Fahrzeuge muss aber nicht zwangsläufig mit dem Einbau teurer GPS-Komponenten verbunden sein. So hat beispielsweise Siemens kürzlich mit der Lösung M.Traction Resource Control eine kostengünstige Alternative für Netzbetreiber oder Service-Provider vorgestellt. "In der Zentrale des Anwenders wird nur ein PC mit Internetanschluss benötigt, weitere kostspielige Investitionen in Hard- und Software können entfallen", sagt Volker Ziegler, Leiter des Geschäftsgebiets Solutions bei Siemens Mobile in München. Denn in den GSM-Netzen lässt sich bereits heute der Standort eines Mobiltelefons auf 100 bis 300 Meter genau bestimmen. In ländlichen Gebieten kann der Radius derzeit zwar noch mehrere Kilometer betragen, er soll aber noch in diesem Jahr bis auf etwa 1 000 Meter verkleinert werden.

Mit einem Web-Browser und einer Zoomfunktion lässt sich bei der Siemens-Lösung die gesamte Transportstrecke in einem skalierbaren Kartenausschnitt auf jedem PC-Bildschirm oder dem Display eines WAP-Handys abbilden. Ein so genannter Map-Server bietet auch die Möglichkeit, auf Anfrage Routen zu berechnen und sie als Steueranweisungen auf einen Personal Digital Assistant (PDA) zu senden - nicht ohne vorher die aktuelle Verkehrssituation zu berücksichtigen.

Auf dem Monitor können dem Disponenten auch Auftragsstatus, Arbeitszeiten oder Streckenverläufe angezeigt werden. Der Kontakt mit dem Fahrer läuft per SMS, die Rückmeldung nimmt den gleichen Weg

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