Kostensenkung steht 2003 im Fokus der IT-Manager
IT-Ausgaben werden 2003 kaum steigen

Die Budgets 2003 für die Informationstechnologie-Ausgaben liegen in vielen Unternehmen auf dem Tisch. Weltweit wird nach Schätzungen von Marktforschern im kommenden Jahr rund eine Billion Dollar für Hardware, Software und IT-Dienstleistungen ausgegeben werden.

FRANKFURT. Das bedeutet, dass die Ausgaben für Informationstechnologie im kommenden Jahr im Vergleich zu 2002 nur wenig zulegen werden. So geht die Investmentbank Goldman Sachs von einem durchschnittlichen Wachstum der IT-Ausgaben zwischen 2 % und 3 % aus. Das Marktforschungsinstitut Gartner rechnet dagegen nur mit einem minimalen Anstieg um 0, 03 %.

"Unsere IT-Ausgaben werden sich im kommenden Jahr auf dem Niveau des Jahres 2002 bewegen", bestätigt Sue Unger, Chief Information Officer des Automobilkonzerns Daimler Chrysler - die Prognosen der Marktforscher. Dabei wird sich der Automobilkonzern vor allen Dingen auf produktionsnahe Investitionen konzentrieren.

"Der Markt hat sich in Europa auf niedrigem Niveau stabilisiert", sagte Kasper Rorsted, Europa-Chef des weltweit zweitgrößten IT-Konzerns Hewlett-Packard, dem Handelsblatt. Doch mit großen Wachstumssprüngen im kommenden Jahr rechnet auch der HP-Manager nicht. "Wir gehen von weitgehend gleichbleibenden IT-Ausgaben der Unternehmen aus", so Rorsted. Man sei aber durch die Fusion mit Compaq jetzt hervorragend positioniert und gewinne Marktanteile.

Das belegt auch die Umfrage von Goldman Sachs, laut der rund ein Drittel der Befragten Hewlett-Packard unter denjenigen IT-Anbietern sieht, die 2003 größere Anteile an den IT-Ausgaben der Unternehmen ergattern werden. Ebenfalls auf der Gewinnerseite sieht die Studie Microsoft, IBM und Cisco. Unternehmen, denen im kommenden Jahr weniger Anteile der IT-Ausgaben zufließen werden, sind laut Goldman Sachs die Softwareunternehmen Computer Associates, Oracle und Siebel.

Unterdessen äußerte sich der Softwarekonzern Siebel Systems verhalten optimistisch: "Ich denke, das Umfeld für Informationstechnologie ist im vierten Quartal robuster als das Umfeld im dritten Quartal", sagte Firmenchef Tom Siebel auf einer Technologiekonferenz. Dabei handle es sich aber nur um eine moderate Verbesserung. Die Entwicklung signalisiere noch keine umfassende Erholung.

Konkrete Äußerungen will Siebel- Konkurrent SAP über die Aussichten der Branche im kommenden Jahr nicht machen: Man gehe davon aus, dass die gesamte wirtschaftliche Lage im kommenden Jahr "nicht schlechter" werde, so SAP-Chef Henning Kagermann in einem Interview. "Mit der Softwarebranche könnte es im zweiten Halbjahr aufwärts gehen." Zu den Aussichten für das eigene Unternehmen wolle sich Kagermann jedoch nicht vor dem nächsten Jahr äußern.

Deutlich pessimistischer sind die Erwartungen des deutschen IT-Dienstleisters Bechtle AG. "Das erste Halbjahr wird hart, das erste Quartal noch härter", sagte ein Sprecher. Das signalisierten die Auftragseingänge. Vor allem die IT-Dienstleister erwartet einen knallharter Wettbewerb.

Nach Einschätzung der Deutschen Telekom wird auch der Telekommunikationsmarkt "kurz- bis mittelfristig eher von Konsolidierung als Expansion bestimmt sein", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Dabei gehe die Telekom für das Jahr 2003 von einem leichten Wachstum für den Gesamtmarkt aus, allerdings mit unterschiedlichen Ausprägungen in einzelnen Sparten. Für die Telekom selbst stehen Kostensenkung und Cash-flow-Maximierung im Vordergrund.

Quelle: Handelsblatt

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