Kostensenkung steht im Fokus
Finanzvorstand verlässt SAP SI

Der Finanzvorstand der IT-Beraterungsfirma SAP SI, Jörg Vandreier, wird das Unternehmen den Angaben zufolge aus privaten Gründen verlassen. "Sein Weggang steht in keinem Zusammenhang mit den Zahlen zum ersten Quartal", sagte Firmensprecher Stephan Kahlhöfer am Montag.

Reuters FRANKFURT. Vandreier habe den Aufsichtsrat aus privaten Gründen gebeten, ihn zum 30. Juni 2002 von seinen Pflichten zu entbinden, teilte das im Auswahlindex Nemax 50 gelistete Unternehmen mit. Der Aufsichtsrat habe diesem Wunsch mit Bedauern entsprochen. "Der Aufsichtsrat ist optimistisch, zeitnah einen Nachfolger vorstellen zu können", ergänzte Kahlhöfer. Vandreier ist im Februar 2000 von Fairchild Technologies zu SAP SI gekommen und seit Juli 2000 im Vorstand für den Bereich Finanzen zuständig gewesen.

Die SAP SI-Aktie stand am Montagmittag mehr als 3,8 % im Minus bei 16,30 Euro und hatte am Morgen ein Zwölfmonatstief bei 16,20 Euro markiert. Vandreier werde den Quartalsbericht noch begleiten. Zugleich würden die übrigen Vorstände den Bereich Finanzen mitunterstützen, bis ein Nachfolger gefunden sei.

Vergangene Woche hatte die Dresdner Tochter des Walldorfer Softwarekonzerns SAP für das erste Quartal 2002 einen Rückgang beim operativen Gewinn mitgeteilt, den Ausblick für 2002 aber bekräftigt. In den ersten drei Monaten sei der Betriebsgewinn nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr auf fünf bis 5,5 von 8,8 Millionen Euro gesunken. Der Umsatz lag den Angaben zufolge zwischen 73 und 75 Millionen Euro nach 60,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

SAP SI setze seit Jahresbeginn ein Programm zur Optimierung des Vertriebs, zur Kostensenkung und zur Leistungs- sowie Auslastungsoptimierung um, sagte Kahlhöfer. Erste Erfolge zeigten sich etwa im Vertrieb. Der Auftragsbestand habe sich im Vergleich zum Jahresende 2001 (124 Millionen Euro) bis 31. März um mehr als 20 Prozent erhöht.

Zur Kostensenkung gebe es verschiedene Maßnahmen. Die normalerweise zum 1. Januar gültige Gehaltserhöhung trete nun erst zum 1. Mai in Kraft, wobei die Höhe noch unbekannt sei, sagte Kahlhöfer. Führungskräfte müssten noch zwei Monate länger auf mehr Geld warten. Zudem werde bei den Reisekosten eingespart. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht vorgesehen, ergänzte Kahlhöfer.

SAP SI erwartet nach bisheriger Prognose für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 20 Prozent sowie eine operative Gewinnmarge zwischen 15 und 17 Prozent. 2001 hatte SAP SI das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) um 37 Prozent auf 40,3 Millionen Euro gesteigert, was einer Marge von 15 Prozent entsprach. Der Umsatz hatte sich um 44 Prozent auf 268,8 Millionen Euro erhöht.

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