Kostensenkungsprogramm greift
Merrill Lynch steigert Gewinn

Der größte US-Börsenmakler Merrill Lynch hat der Aktienmarkt-Flaute getrotzt und im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn um mehr als ein Fünftel gesteigert.

Reuters NEW YORK. Mit Hilfe drastischer Kostensenkungen seien schwache Ergebnisse im Bank- und im Handelsgeschäft mehr als ausgeglichen worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch zur Begründung mit.

Merrill wies für das dritte Quartal einen Gewinnanstieg auf 579 (Vorjahreszeitraum 475) Mill. $ oder 61 (50) Cent je Aktie aus. Unter Berücksichtigung besonderer Posten im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 ergab sich ein Ergebniszuwachs auf 693 (422) Mill. $ oder 73 (44) Cent je Aktie. Die durchschnittlichen Analystenprognose belief sich auf 58 Cent je Aktie.

Merrill musste nach den Anschlag auf das World Trade Center in New York vorübergehend aus ihrer Zentrale in Manhattan umziehen. Die Ergebniszahlen für 2002 enthalten nach Firmenangaben eine Schadensrückvergütung durch die Versicherung von 114 Mill. $.

Im dritten Quartal gingen die Nettoeinnahmen um 15 % auf 4,4 Mrd. $ zurück. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen keine Trendwende. "Wir sind nicht optimistisch, dass das Geschäftsumfeld im vierten Quartal zu einem Einnahmenanstieg führen wird", teilten Firmenchef David Komansky und Präsident Stan O'Neal in einer gemeinsamen Erklärung mit. "Die verbesserte finanzielle Entwicklung bei Merrill Lynch zeigt den Nutzen einschneidender Maßnahmen."

Wie bei der Konkurrenz führte auch bei Merrill die Börsenschwäche zu Einbrüchen im Investmentbanking. Das Unternehmen konzentriert sich seit längerem verstärkt auf die Gewinne anstatt auf Marktanteile und hat allein im dritten Quartal 1 200 Stellen gestrichen. Damit reduzierte sich die Belegschaft seit Anfang vergangenen Jahres um mehr als ein Viertel.

Merrill-Aktien legten im Vormittagshandel an der Wall Street gegen den schwachen Markttrend ein Prozent auf 36,37 $ zu.

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