Kostensenkungsprogramm
Infineon profitierten nur kurz von Sparmaßnahmen

Nach den drastischen Verlusten der vergangenen Tage hatte sich der Infineon-Kurs am Mittwochvormittag kurzzeitig wieder erholt. Nach einer Mitteilung des Vorstandes kletterte die Aktie in der Spitze bis auf 13,70 Euro.

dpa-afx FRANKFURT Bis 10.25 Uhr haben sich die Papiere des Chip-Herstellers, an dem die Siemens AG derzeit noch rund 51 % hält, wiederum um 1,28 % auf 13,10 Euro verbilligt. Gleichzeitig kletterte der Dax um 1,42 % auf 4.066,05 Zähler. Das Papier hat seit Beginn der vergangenen Woche rund 35 % verloren. Mit einem Minus von rund 67 % seit dem 29. Dez. 2000 verbuchten Infineon-Aktionäre die größten Verluste im Dax.

Vor Börseneröffnung teilte das Unternehmen mit, dass sein Kostensenkungsprogramm Impact bislang erfolgreich umgesetzt wurde und deshalb auch derzeit, entgegen aller Gerüchte, keine weiteren Finanzierungsmaßnahmen über den Kapitalmarkt geplant seien. "Die Bilanz von Infineon ist gesund, die Net-Cash-Position ist deutlich positiv, darüber hinaus verfügt Infineon über etwa 2 Mrd.. Euro an Kreditlinien", erläuterte der Vorstandsvorsitzende Dr. Ulrich Schumacher.

"Damit verringert sich der fundamentale Druck auf die Aktie erheblich", sagte ein Frankfurter Händler. Infineon leide derzeit unter dem massiven Preisverfall von Speicher-Chips. Die Herstellungskosten für einen 128 MB Chip von 6,80 $ liegen weit über den Verkaufs-Markt-Preisen von lediglich 2 $. Wegen der Verluste die mit jedem verkauften Chip entstünden, rechnen Analysten damit, dass das Unternehmen sich spätestens im ersten Quartal 2002 mit frischem Kapital versorgen muss, um nicht in die Zahlungsunfähigkeit abzurutschen.

Die Analysten von Bear Stearns gehen davon, dass die Nachfrage und damit die Preise für Halbleiter auch im vierten Quartal weiterhin niedrig sein werden. Mit einer Erholung sei frühestens zum Ende 2002/Anfang 2003 zu rechnen, so die Experten-Einschätzung.

Diesen eher düsteren Ausblick bestätigten auch die gestern Abend vorgelegten Zahlen des US-Konkurrenten Micron Technology Inc. Hatten die Experten noch einen Verlust von 76 US-Cent je Aktie (EPS) prognostiziert, enttäuschte das Unternehmen mit der Nachricht, dass sich der EPS-Verlust im vierten Quartal auf 96 US-Cent ausgedehnt habe. Vor nur einem Jahr konnte der Konzern im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von 1,21 $ je Aktie erzielen.

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