Kostensynergien erwartet
Pro Sieben Konzern und Kirch Media verschmelzen

Die Kirch Gruppe verspricht sich von der Verschmelzung des Pro-Sieben-Konzerns auf die Kirch Media erhebliches Einsparpotenzial. Beide Unternehmen würden von der Neuordnung profitieren, sagte Kirch-Vize Dieter Hahn in München.

dpa MÜNCHEN. Die Kostensynergien machten laut Dieter Hahn einen zwei- bis dreistelligen Millionen-DM-Betrag aus. Auch strategisch sei der Zusammenschluss sinnvoll. Pro Sieben verfüge über die starken Marken und die Vertriebsplattformen, Kirch Media über die Inhalte. Die Kirch Gruppe wolle die Mehrheit an der neuen Aktiengesellschaft behalten.

Über die Verschmelzung bringt die Kirch Gruppe im kommenden Jahr ihr Kerngeschäft an die Börse. Eine Pro-Sieben-SAT.1-Aktie wird es dann nicht mehr geben. Als diese Pläne durchsickerten, brach die Pro-Sieben-Aktie am Donnerstag um zeitweise ein Fünftel ein.

Unsicherheit an der Börse

Die Börsenreaktion sei auf Unsicherheit zurückzuführen, sagte Hahn. "Es ist unsere Aufgabe, Klarheit zu schaffen." Man habe sich bewusst für die Verschmelzung von Pro Sieben auf die Kirch Media entschieden, da so ein transparenter Prozess garantiert werde. "Da kann keiner jemanden über den Tisch ziehen." Es werde Verschmelzungsgutachten von unabhängigen Gutachtern geben. "Wir sind überzeugt, dass die erstmalige Beteiligungsmöglichkeit an einem vertikal integrierten Medienunternehmen, das die gesamte Wertschöpfungskette der audio-visuellen Industrie abdeckt, auf großes Interesse bei den Anlegern stoßen wird."

Die Kirch Gruppe werde die Mehrheit an dem neuen, börsennotierten Medienkonzern halten und keine Anteile abgeben, betonte Hahn. Eine weitere Kapitalerhöhung sei erst einmal nicht geplant. Eine mittelfristige Kapitalerhöhung werde es nur zur Finanzierung der weiteren Expansion der Kirch Media geben. Es werde keine Quersubventionierung anderer Bereiche der Kirch Gruppe geben. Den möglichen Börsenwert des neuen Unternehmens wollte Hahn nicht schätzen.

Stärken im deutschsprachigen Raum

Eine größere Auslandsexpansion des neuen Konzerns sei nicht geplant, sagte Hahn. Es gehe nicht darum, TV-Sender in ganz Europa aufzukaufen. Bei den Vertriebsplattformen habe die Gruppe ihre Stärken immer im deutschsprachigen Raum gehabt. Ziel sei es, die eigenen Stärken und die Profitabilität in den nächsten drei bis fünf Jahren auszubauen. "Wir haben so viel Potenzial."

Das Umfeld in der Medienbranche habe sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, sagte Hahn. Die Konvergenz zwischen den elektronischen Medien verstärke sich, neue internationale Konkurrenten drängten auf den deutschen Markt. Zudem erlebe die Medienbranche derzeit eine selten erlebte Konjunkturflaute. Auch dies habe die Entscheidung für die Fusion beschleunigt.

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