Kostenumlage droht
Altpapierflut lässt Preise sinken

Überangebote an Altpapier lassen die Preise für den Recyclingstoff abstürzen und die Verwerter mit Kostenumlagen bis zum Privatkunden drohen. Da die Talfahrt der Altpapierpreise an Tempo gewinne, müsse damit gerechnet werden, "dass zu Beginn kommenden Jahres auch die Anfallstellen für die Entsorgung des Altpapiers zahlen müssen", kündigte der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) am Freitag in Bonn und Berlin an.

adx BONN/BERLIN. Es gebe "weitaus" mehr Altpapier im Markt, als von der Papierindustrie nachgefragt werde, erläuterte bvse-Hauptgeschäftsführer Hans-Günter Fischer die Verbandsforderung an die gewerblichen Unternehmer, bei denen Altpapier anfällt oder die es einsammeln. Wie Verbandspressesprecher Achim Hallerbach auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp sagte, sei zu erwarten, dass die Anfallstellen die Kosten auch an die privaten Kunden weiterzugeben suchten.

Zurzeit werden laut bvse rund 13 Mill. Tonnen Altpapier jährlich von den Entsorgern eingesammelt, während die Papierindustrie nur rund 10,3 Mill. Tonnen pro Jahr abnimmt. Als Folge hätten sich die Preise für Altpapier in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes allein von Juni bis November 2000 nahezu halbiert. Verschärfend komme hinzu, dass das Altpapieraufkommen saisonbedingt um Weihnachten nochmals steige, während die Verwertungsindustrie mit möglichst geringen Lagerbeständen ins neue Jahr gehen wolle, fuhr Fischer fort. Die Erfahrung zeige, dass sich die Preise erst in der zweiten Jahreshälfte erholten. Bis dahin sei "eine Zuzahlung durch die entsorgenden Anfallstellen notwendig", fordert der Verband, der über 600 meist mittelständische Entsorgungsunternehmen vertritt.

Bisher sei die Differenz zwischen Aufkommen und Abnahme von Altpapier durch Exporte in ausländische Staaten ausgeglichen worden, hieß es. Das funktioniere aber nur, wenn diese Länder auch Altpapier in Deutschland orderten. Südostasien als bisheriger großer Abnehmer von Altpapier decke sich jedoch in jüngster Zeit wegen der sich abschwächenden Konjunktur in den USA und dort fallender Preisen jetzt in Amerika mit dem Rohstoff ein.

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