Kostspielige Modelloffensive
Marke BMW hat an Zugkraft verloren

Der Münchener Autobauer BMW will trotz der Irak-Krise und der Wirtschaftsflaute 2003 beim Ergebnis das Rekordniveau des Vorjahres halten. Das anvisierte erneute Absatzplus im laufenden Jahr steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Konflikt am Golf zügig ein Ende findet.

Reuters MÜNCHEN. "Eine konkrete Prognose der Geschäftsentwicklung für das gesamte Jahr 2003 ist vor dem Hintergrund der angespannten weltpolitischen Lage schwierig", sagte BMW-Chef Helmut Panke am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in München. Hinzu komme, dass das laufende Jahr durch hohe Aufwendungen für neue Modelle geprägt sei.

"Dennoch streben wir an, in diesem Jahr auf Konzernebene das Ergebnis des Jahres 2002 wieder zu erreichen." Zugleich halte der Konzern am Ziel fest, 2003 bei allen Marken - also BMW, Mini und Rolls Royce - erneut Rekordabsätze zu verbuchen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Irak-Krise "in einem überschaubaren Zeitraum" gelöst werde.

Die BMW-Aktie notierte gegen den Markttrend um drei Prozent höher bei 25,75 Euro. Der Anteilsschein hat seit seinem Rekordhoch von rund 48 Euro im Mai vergangenen Jahres mehr als die Hälfte an Wert verloren.

Konzernabsatz auf Vorjahrniveau

Sal Oppenheim-Analyst Michael Raab bewertete den Ausblick positiv. "Es zeigt schon die Stärke eines Unternehmens, wenn es in dem aktuellen Umfeld sagen kann, dass der Gewinn stabil bleiben soll", sagte er und fügte hinzu, die Prognose liege im Rahmen seiner Erwartungen. Georg Stürzer, Analyst bei der HVB, sagte hingegen, er sei von einem moderaten Gewinnanstieg ausgegangen. "Wie man BMW aber kennt, ist der Ausblick traditionell konservativ", sagte er. Es sei durchaus möglich, dass der Konzern seine Prognose leicht übertreffe.

Panke kündigte an, im ersten Quartal 2003 trotz der auslaufenden 5er-Serie den Vorjahresabsatz zu erreichen. Insgesamt werde mit 260 000 erkauften Fahrzeugen gerechnet, sagte er. Die Marke BMW werde mit voraussichtlich rund 215 000 Autos allerdings im Vergleich zum Vorjahr einen Verkaufsrückgang um rund acht Prozent ausweisen. "Diese Entwicklung überrascht uns nicht, denn sie ist im wesentlichen modellzyklusbedingt."

Bereits in den ersten zwei Monaten hatte der Konzern nur dank des 2001 eingeführten neuen Mini ein mageres Absatzplus von 1,6 Prozent verbucht - während die Kernmarke sich klar rückläufig entwickelte. Neben dem für den Sommer geplanten Modellwechsel beim 5er schlägt sich hier die Überarbeitung von Teilen der 3er-Baureihe und der Start des Roadsters Z4 im Frühjahr. All diese neuen Modelle würden erst ab Jahresmitte in der Kernmarke wieder für Wachstumsdynamik sorgen, sagte Panke.

Euro-Anstieg bereitet derzeit kaum Sorgen

BMW hatte 2002 mit einem Vorsteuergewinn von 3,287 (2001: 3,242) Milliarden Euro das dritte Rekordergebnis in Folge verbucht. Beim Absatz wurde mit 1,057 Millionen Autos erstmals eine siebenstellige Stückzahl ausgewiesen. Der Umsatz kletterte auf 42,28 (38,46) Milliarden Euro.

Finanzchef Stefan Krause zufolge sieht sich der Konzern durch den zuletzt starken Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar kaum beeinträchtigt. "Für das laufende Geschäftsjahr werden so gut wie keine Ergebnisbelastungen auf Grund von Wechselkursänderungen erwartet", sagte er.

Konzern-Chef Panke forderte die rot-grüne Bundesregierung auf, einen "klaren wirtschaftspolitischen Kurs" einzuschlagen. "Wir brauchen eine solide, langfristige Perspektive für Deutschland mit weniger Staat", sagte er. Eigeninitiative und Leistung müssten gefördert werden. "Es sind Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen, die Arbeitsplätze schaffen - und nicht runde Tische."

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