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Kostunica: Wahlergebnis in Montenegro Erfolg für Jugoslawien

Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica hat das Ergebnis der Parlamentswahl in Montenegro als Beweis für die "Notwendigkeit der Erhaltung der bundesstaatlichen Integrität" begrüßt.

dpa BELGRAD. In einer Fernsehansprache am Montagabend gratulierte der jugoslawische Präsident Kostunica den montenegrinischen Wählern, die mit ihrer hohen Wahlbeteiligung die "Vitalität" des gemeinsamen Staates von Serbien und Montenegro bewiesen hätten. Der Ausgang der Wahl bedeute das Ende eines "politischen Dramas", sagte Kostunica. Zugleich rief er die montenegrinische Führung zu Gesprächen über die Zukunft des gemeinsamen Staates auf.

Auch der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Rumäniens Außenminister Mircea Geoana, empfahl der neu zu bildenden Regierung in Montenegro, "so bald wie möglich einen Dialog mit der Bundesregierung in Belgrad über eine dauerhafte Neu-Definition der Beziehungen innerhalb des Bundesstaats zu beginnen". Dies sei von "äußerster Bedeutung" zur Sicherung der Stabilität Jugoslawiens und der gesamten Region, teilte das Außenministerium in Bukarest mit.

Deutschland will partnerschaftliche Regelung des Konflikts

Zuvor hatte die EU eine Fortsetzung ihrer Hilfe für Montenegro indirekt von einem Verzicht auf weitere Unabhängigkeitsbestrebungen abhängig gemacht. "Ein erfolgreiches Ergebnis des Dialogs mit Belgrad, der einseitige Maßnahmen ausschließt, wird es der Europäischen Union erlauben, ihre politische, ökonomische und finanzielle Hilfe für Montenegro fortzusetzen", hieß es in einer Erklärung der 15 EU-Staaten. Die deutsche Regierung forderte Verhandlungen für eine partnerschaftlichen Regelung des Konflikts mit Belgrad.

Die nach Unabhängigkeit strebende Djukanovic-Koalition "Sieg von Montenegro" hatte bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag 42,05 % der Stimmen erhalten. Der Liberale Bund, der ebenfalls ein selbstständiges Montenegro befürwortet, kam auf 7,65 %. Lokale Albanerparteien erhielten gut 2,4 %. Dagegen konnte das pro-serbische Bündnis "Gemeinsam für Jugoslawien" 40,67 % der abgegebenen Stimmen für sich verbuchen.

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