KPMG erstellt Sanierungskonzept – Führungsspitze wird verschlankt
Frankfurter Rundschau plant drastische Einsparungen

Grimmer bestätige, dass rund 90 Mitarbeiter das Verlags- und Druckhaus verlassen werden. "Die Verschlankung soll bis Ende des Jahres vollzogen sein", kündigte er an.

hps/dpa HB FRANKFURT/MAIN. Auch in der Führungsmannschaft sollen Stellen abgebaut werden, bestätigte der Manager gestern. Zu Details wollte er sich nicht äußern. "Die Verschlankung der Führungsspitze ist noch in Diskussion". So soll ein Geschäftsführer der bisher vier Geschäftsführer eingespart werden. Auch von den bisher sieben Prokuristen sollen nach der Umstrukturierung noch noch drei übrig bleiben, berichteten Unternehmenskreise. Die "Frankfurter Rundschau" zählt derzeit 1 420 Mitarbeiter.

Die Beratungsgesellschaft KPMG habe einen Katalog mit Maßnahmen vorgelegt, "die weit über das hinausgehen, was wir bisher gemacht haben", sagte Grimmer. KPMG wirft dem Unternehmen eine überalterte Führungsstruktur vor, hieß es am Montag in Frankfurt. Derzeit laufen mit dem Betriebsrat Gespräche über den Sanierungsplan. Im März dieses Jahres hatte der Verlag angekündigt, in allen Bereichen 20% der Kosten zu reduzieren. Entscheidungen über den Personalabbau werden erst Ende Oktober getroffen. Die Stellenstreichung betrifft auch die Chefredaktion.

Wie Insider bestätigten, soll es künftig nur noch einen Chefredakteur gegen. Bisher führen Jochen Siemens und Hans-Helmut Kohl das Blatt. In Unternehmenskreisen wird darüber spekuliert, ob der für die lokale und regionale Berichterstattung zuständige Kohl gehen müsse. Ein neuer Chefredakteur aus den eigenen Reihen wird von Insidern nicht völlig ausgeschlossen. Eine Entscheidung soll bis Mittwoch gefallen sein. Unklar ist auch das Schicksal der samstags erscheinenden Magazin-Beilage, die nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" eingestellt werden soll. Übrig bleibe nur eine mehrseitige Reisebeilage, heißt es im Hamburger Nachrichtenmagazin.

"Das steht in dem KPMG-Papier, aber entschieden ist noch nichts", sagte dazu Grimmer. Gleiches gelte für ein "Sonderopfer" in Höhe von angeblich rund 10 Mill. Euro, das von der Belegschaft eingefordert werden solle. Das Unternehmen leidet laut Grimmer doppelt, weil es gleich auf zwei Feldern von der Rezession im Werbemarkt betroffen ist: Zum einen leide die Zeitung unter einem Anzeigeneinbruch von insgesamt 30% in diesem Jahr; beim Stellenmarkt habe die FR sogar ein Minus von 50% zu verbuchen - jeweils verglichen mit dem Entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

Zum anderen sei die verlagseigene Großdruckerei "in erheblichem Ausmaß von den Einbrüchen auch bei anderen Zeitungen, was Volumina und Auflagen angeht, betroffen", berichtet der Verlagsleiter. Das bedeute ein geringeres Auftragsvolumen, das über die FR-Druckmaschinen laufe. Die "Frankfurter Rundschau" hatte im zweiten Quartal diesen Jahres eine verkaufte Auflage von knapp 186 000 Stück.

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