KPMG soll Bücher prüfen
Worldcom droht ein Delisting

Kreditfazilitäte des nach einem Bilanzskandal angeschlagenen US-Telekommunikationskonzerns Worldcom über vier Milliarden Dollar sind nach Angaben des Unternehmens für Not leidend erklärt worden.

Reuters NEW YORK. Zudem teilte Worldcom am Montag mit, ihre Aktien könnten möglicherweise ab Freitag, 5. Juli nicht mehr an der Nasdaq gehandelt werden, da Worldcom in den Augen der Nasdaq bestimmte Berichtspflichten nicht erfüllt habe.

Worldcom wird eigenen Angaben zufolge auch die Buchführung der Jahre 1999 bis 2001 einer internen Prüfung unterziehen. Es gebe Fragen zu substanziellen Veränderungen in den Rücklagekonten, hieß es. Anfang vergangener hatte Worldcom mit dem Eingeständnis falsch gebuchter Einnahmen in Milliardenhöhe und damit seit Anfang 2001 überhöht ausgewiesener Gewinne weltweit die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt.

Die Worldcom-Aktie brach am Montag nach Wiederaufnahme des Handels auf 0,07 Dollar ein und lag damit gut 90 Prozent unter ihrem Schlusskurs am 25. Juni, bevor die Aktie vom Handel suspendiert worden war.

Die Gläubiger von ungesicherten Kreditfazilitäten von 2,65 Milliarden Dollar und 1,65 Milliarden Dollar hätten dem Unternehmen mitgeteilt, dass "das Ereignis des Zahlungsverzugs eingetreten" sei, teilte Worldcom mit. Eine solche Mitteilung sei allerdings erwartet worden. Die Kreditgeber könnten nun eine beschleunigte Rückzahlung fordern. Dies könnte bedeuten, dass die Kredite sofort zurückgezahlt werden müssten.

Eine Worldcom-interne Durchsicht der Bilanz-Unterlagen habe neue Fragen hervorgebracht, teilte das Unternehmen mit. Es gebe aber bislang keine Schlussfolgerungen über die Einträge in den betreffenden Rücklagekonten in den Jahren 1999 und 2000, teilte Worldcom-Chefsyndikus Michael Salsbury in dem von der Börsenaussicht SEC geforderten Bericht mit. An der erneuten Prüfung der Buchführung werde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beteiligt, hieß es. KPMG hatte vor kurzem die durch den bankrotten Enron in Mitleidenschaft gezogene Prüfungsfirma Andersen abgelöst.

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