KPN-Aktie sank an der Amsterdamer Börse um 5,15 %
KPN nach E-Plus-Erwerb in roten Zahlen

Der niederländische Finanzminister Zalm kündigte an, dass der Staat entgegen früheren Ankündigungen seinen KPN-Anteil von 43,6 % in diesem Jahr hält, um die Ausgabe neuer Aktien durch KPN nicht zu stören.

dpa AMSTERDAM. Die Übernahme des deutschen Mobiltelefonunternehmens E-Plus Ende 1999 hat den niederländischen Telekomkonzern KPN in die roten Zahlen geführt. Im ersten Halbjahr 2000 erreichte der Nettoverlust 19 Mill. Euro (37,14 Mill. DM) nach einem Gewinn von 416 Mill. Euro ein Jahr zuvor. Das teilte KPN am Mittwoch in Amsterdam mit.

Ohne E-Plus hätte der Gewinn nach KPN-Angaben mit 647 Mill. Euro um knapp 43 % über dem des Vorjahres gelegen. An der Börse in Amsterdam sank nach Bekanntwerden der Zahlen der Kurs der KPN - Aktie um 5,15 % auf 29,30 Euro.

Der Umsatz erreichte den Rekordbetrag von 5,2 Mrd. Euro. Er lag damit um 29,5 % über dem Vergleichswert von 1999. Die Einbeziehung von E-Plus war allein für die Hälfte des Zuwachses (15 %) verantwortlich. Den stärksten Anstieg beim KPN-Umsatz verzeichneten die mobilen Kommunikationsdienste mit plus 93,5 % (auf 1,56 Mrd. Euro) sowie Daten- und IP-Dienste mit plus 50,8 % (auf 567 Mill. Euro). Das traditionelle Telefongeschäft wuchs um 9,2 % auf 2,63 Mrd. Euro.

EBITDA-Ergebnis um 17,4 % höher

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag im ersten Halbjahr mit 1,75 Mrd. Euro um 17,4 % höher als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr werde dieses Ergebnis etwas geringer ausfallen als die früher erwarteten 3,6 Mrd. Euro, kündigte KPN an. Der Grund dafür liege in den hohen Kosten für Mobilfunk-Kunden auf dem deutschen Markt und den ISP-Aktivitäten in Deutschland.

Nach dem Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins vom Juni dieses Jahres wird eine Interim-Dividende in Aktien zum Wert von 0,18 Euro je Aktie (September) gezahlt. Für das Gesamtjahr werde eine Dividende von 0,35 Euro erwartet, teilte das Unternehmen mit.

Der niederländische Finanzminister Gerrit Zalm kündigte an, dass der Staat entgegen früheren Ankündigungen seinen KPN-Anteil von 43,6 % in diesem Jahr nicht mehr verkaufen werde. Der Staat brauche dieses Geld nicht dringend, und zudem wolle man die Ausgabe neuer Aktien durch KPN nicht stören. Wann sich der niederländische Staat vom restlichen Besitz an dem 1994 privatisierten Unternehmen trennen will, ist noch unklar.

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