Kräftiger Verlust im Jahr 2002 wegen hoher Risikovorsorge: DZ Bank startet gut ins Jahr

Kräftiger Verlust im Jahr 2002 wegen hoher Risikovorsorge
DZ Bank startet gut ins Jahr

DZ-Bank-Chef Ulrich Brixner ist optimistisch: Sein Haus sei gut aufgestellt, um 2003 aus den Problemen herauszukommen. Die ersten Ansätze sind viel versprechend. Im operativen Geschäft legte das Spitzeninstitut der Kreditgenossenschaften im ersten Quartal um 25 Prozent zu.

po FRANKFURT/M. Die DZ Bank ist im laufenden Jahr besser gestartet als 2002. "Operativ sind wir auf dem richtigen Weg. Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss und das Nettoergebnis aus Finanzgeschäften lagen im ersten Quartal in der Summe um 25 % über dem Wert des Vorjahresquartals", sagte Bank-Chef Ulrich Brixner in Frankfurt. Wachstumstreiber auf der Ertragsseite waren das Anleihegeschäft, das Finanzmanagement (Treasury) und das Geschäft mit vermögenden Privatkunden. Zudem mache sich die strikte Kostendisziplin bemerkbar.

Allerdings, so betonte Brixner, hänge im laufenden Jahr alles von der Entwicklung der Risikovorsorge ab. Diese ist 2002 auf das Rekordniveau von 1,52 Mrd. Euro geklettert und hat zu einem Betriebsverlust von 809 Mill. Euro geführt. Das lag unter anderem daran, dass die während der bis 15. April 2003 andauernden "Aufhellungsperiode" entdeckten Wertberichtigungsfälle in Höhe von 300 Mill. Euro noch für 2002 gebucht wurden. Dadurch ist im ersten Quartal keine Risikovorsorge angefallen, was sich im Gesamtjahr positiv bemerkbar machen dürfte.

"Wir haben nicht unbegründete Hoffnung, dass wir mit der Risikovorsorge deutlich unter dem Wert von 2002 liegen werden", sagte Brixner. Und "deutlich" heiße mindestens eine Halbierung. Die Hoffnungen gründen sich vor allem auf die veränderte Kreditrisikopolitik, die deutlich schärfere Anforderungen an die Kunden mit sich bringt. Daher sanken die Kundenforderungen im vergangenen Jahr um 26 % auf 11,2 Mrd. Euro.

Doch selbst bei einer Halbierung der Risikovorsorge droht 2003 erneut ein operativer Verlust. "Wir haben Deckungskonzepte für alle denkbaren Szenarien," sagt Brixner aber. Er betont, die Löcher aus eigener Kraft oder mit Hilfe der genossenschaftlichen Finanzgruppe schließen zu können.

Auch der Betriebsverlust 2002 konnte nur durch außerordentliche Maßnahmen ausgeglichen werden. Rund 1,2 Mrd. Euro erzielte die DZ Bank aus der Platzierung von jeweils 5 % an der R+V Versicherung, der Bausparkasse Schwäbisch Hall und der Union Fonds Holding bei den Volks- und Raiffeisenbanken, einer Neubewertung von Schwäbisch Hall sowie des Verkaufs von 10 % der Union Fonds Holding an die R+V Versicherung. Der Jahresüberschuss stieg dadurch kräftig auf 351 Mill. Euro.

Zurückgeworfen wurde die DZ Bank 2002 durch hohe Belastungen aus dem Geschäft mit Zinsswaps. Durch die fehlerhafte Abgrenzung für Zerocoupon-Swaps musste die DZ rund 200 Mill. Euro an zusätzlichem Aufwand verdauen. Erfreulich hat sich die Kostensituation 2002 entwickelt. Der Verwaltungsaufwand sank um knapp 9 % auf 2,5 Mrd. Euro. Allerdings wurde mehr Personal abgebaut als zuletzt angekündigt. Die aktuelle Mitarbeiterzahl des genossenschaftlichen Spitzeninstituts liegt mit gut 3 900 unter den vor einem Jahr angepeilten 4 200. Der Aufsichtsrat beschloss eine Dividende von 5 %.

Weitere Ertragssynergien sollen durch Gemeinschaftsprojekte mit der französischen Partnerbank Natexis Banque Populaire gehoben werden. So laufen derzeit Gespräche über eine Zusammenarbeit in der Verkehrsfinanzierung, dem Factoring und Leasing sowie dem Asset Management. Die Konzentration auf die drei Kerngeschäftsfelder Zentralbankfunktion, Holding und Geschäftsbank ist weitestgehend abgeschlossen: "Es wird keine großen Zäsuren mehr geben, wir haben unsere Struktur gefunden", sagte der Bankchef. Zuletzt hat das genossenschaftliche Spitzeninstitut das Geschäftsfeld "Geschlossene Immobilienfonds" eingestellt und an die BAG Hamm, einen Spezialisten für die Abwicklung schwieriger Engagements, übertragen.

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