Kräftiges Wachstum steht bevor
IT-Branche kurbelt Konjunktur an

Die Cebit, weltgrößte Messe für Informationstechnologie und Kommunikation, startet unter positiven Vorzeichen. Markterhebungen aus Europa und den USA deuten darauf hin, dass sich die Investitionen in Informationstechnologie (IT) schon im Laufe des Jahres deutlich erholen werden, um 2003 fast die Steigerungsraten der guten vorigen Dekade zu erreichen.

HB DÜSSELDORF/HANNOVER. So wird der weltweite IT-Markt 2002 um 6,1 % auf 1 201 Mrd. Euro zulegen. 2003 soll das Wachstum dann mit 10,5 % zweistellig ausfallen. Im vergangenen Jahr hatte die IT-Industrie hingegen nur ein kleines Plus von 2,4 % erzielt und damit die geringste Steigerung seit 1993. Das belegen Zahlen der maßgeblichen europäischen Markterhebung des Eito-Instituts.

Inzwischen hat die Zuversicht auch die Investment-Banker erfasst: "Die Technologie-Branche hat die Welt in die Rezession gezogen, jetzt führt sie uns wieder heraus", prophezeit Credit Suisse First Boston (CSFB) in einer Analyse. Auch UBS Warburg sieht Anzeichen, dass der High-Tech-Sektor die Talsohle erreicht habe. Hauptmotor für IT-Investitionen seien die derzeit niedrigen Preise für High-Tech-Güter - denn gerade die Nachfrage nach ihnen sei überaus preisempfindlich, meint CSFB. Die Preise lägen unter ihrem langjährigen Durchschnitt.

Auch aus den USA mehren sich die positiven Signale: "Es gibt immer mehr Anzeichen, dass sich High-Tech-Investitionen zumindest teilweise schon wieder erholen", sagte US-Notenbank-Chef Alan Greenspan. Die Ausgaben für Computer seien im vergangenen Quartal im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Schon im Herbst sei die Produktion von Halbleitern - ein wichtiger Frühindikator für die Computer-Produktion - angesprungen. Eine Ausnahme bilde der Kommunikationssektor: "Hier gibt es noch große Überkapazitäten und wenig Signale für eine Trendwende."

Die Zahlen der Eito-Erhebung legen hingegen nahe, dass insbesondere die Telekommunikationsindustrie im Verlauf des Jahres 2002 mit besseren Geschäften rechnen kann und 2003 weltweit ein Umsatz-Wachstum von 9 % erreicht.

Dabei gibt es bei den IT-Investitionen ein Branchengefälle, je nachdem wie stark die Krise zuvor die Unternehmen erfasst hat. Das ergab eine Handelsblatt-Umfrage unter führenden europäischen Konzernen. Während die fast unbeschadet gebliebenen Pharmaunternehmen ihre IT-Budgets bereits 2002 aufstocken, wollen krisengeschüttelte Telekomausrüster wie Ericsson oder Alcatel ihre Investitionen sogar drosseln. So werden beim schwedischen Unternehmen Ericsson neue Computer geleast, die französische Konkurrenz von Alcatel verzichtet 2002 ganz auf die Erneuerung von PC am Arbeitsplatz. Ganz anders klingt das bei einem führenden deutschen Pharmakonzern, der Berliner Schering AG: "Schering wird mehr in die Informationstechnologie investieren als im Vorjahr", sagte IT-Chef Jürgen Schröder dem Handelsblatt.

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