Kräftiges Wirtschaftswachstum erwartet
Der günstige Wechselkurs beflügelt die Exporte

Polen ist wieder auf dem Wachstumspfad. Für das Gesamtjahr 2003 rechnet die Regierung mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,5 Prozent. Ein Jahr später sollen es gar 4 bis 5 Prozent werden. Konjunkturforscher und Chefvolkswirte großer Banken sehen das als realistische Zielgröße an und unterstreichen damit die offiziellen Verlautbarungen. Für Aufwind sorgen vor allem die Exporte und die private Nachfrage. Sorgen bereiten die anhaltende Baukrise und rückläufige Investitionen.

WARSCHAU. In der Ausfuhrstruktur überwiegen preiswerte Fertig- und Zulieferprodukte. Vor allem Klein- und Mittelklassewagen, Kfz-Teile und Möbel gehören zu den Exportschlagern. Damit entfalten zu einem großen Teil Investitionen ausländischer Unternehmen positive Effekte. Auslandsinvestoren wurden auch durch die voranschreitende EU-Integration Polens angezogen. Die Größe des polnischen Marktes sowie das moderate Lohnniveau kommen als günstige Standortfaktoren hinzu.

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Nach neuesten Erhebungen liegt der monatliche Durchschnittslohn mit 4 700 Zloty (ca. 1 000 Euro) in Niederlassungen ausländischer Unternehmen am oberen Rand. In großen polnischen Betrieben werden im Durchschnitt 3 350 Zloty und in kleinen Firmen noch einmal 1 000 Zloty weniger gezahlt. In diesem Zusammenhang betonte BDI-Präsident Michael Rogowski während eines Polenbesuches Anfang Oktober auf einer Pressekonferenz, dass "noch mehr deutsche Unternehmer nicht allein nach Polen schauen, sondern auch hinfahren sollen. Bereits jetzt sind steuerliche Vorteile gegenüber Deutschland vorhanden und die Lage bessert sich demnächst noch weiter. Zudem sind die Arbeitskosten geringer."

>>Tabelle

Erfreulich stellt sich 2003 die Entwicklung im produzierenden Gewerbe dar. Wie das Hauptamt für Statistik, GUS, vermeldet, lag die verkaufte Industrieproduktion im September nominal um 11,1 % und saisonbereinigt um 8,3 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Am kräftigsten ist der Absatz in der Kfz-Industrie (+35,1 %), in der Möbelbranche (+33,6 %) und bei den Maschinen- und Anlagenbauern (+24,8 %) gewachsen. Für das herbstliche Hoch werden einmal mehr die florierenden Ausfuhren und die erstarkende Binnennachfrage verantwortlich gemacht. Tüchtigen Rückenwind erhalten die Exporte dabei von der Wechselkursentwicklung.

Die Wirtschaftslage sah noch im Vorjahr weit weniger rosig aus: Rückläufiges Wachstum bei steigender Arbeitslosigkeit und einer nur schleppend verlaufenden Privatisierung ließen potenzielle Investoren vorsichtig agieren. Auch häuften sich die Beschwerden über eine langatmige Gerichtsbarkeit. Es vergehen in der Regel bis zu 1 000 Tage, bis vertraglich festgelegte Forderungen durchgesetzt werden können. Zu diesem Urteil gelangte die Weltbank in ihrer Benchmark-Studie "Doing Business in 2004". Andererseits bescheinigte die Bank dem Land aber auch, dass es zur Gründung eines Unternehmens lediglich 31 Tage braucht. In Deutschland vergehen dafür 45 Tage.

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