Kraftiger Zuwachs am Aktienmarkt
Ermittlung gegen gestürzten Präsidenten Estrada

Auf den Philippinen wird gegen den gestürzten Präsidenten Joseph Estrada nun unter anderem wegen Bereicherung und Bestechlichkeit ermittelt.

dpa MANILA. Der Chef einer Sonderkommission, Aniano Desierto, sagte am Montag, die Behörden seien zu entsprechenden Untersuchungen gezwungen, nachdem Estrada seine Immunität verloren habe. Der Ex-Präsident habe zehn Tage Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Das neue Staatsoberhaupt, Gloria Macapagal Arroyo, rief unterdessen die Bevölkerung auf, "zur Normalität" zurückzufinden.

"Ich habe keine großartigen Träume, eine glänzende Präsidentin zu sein. Aber ich will eine gute Präsidentin sein", sagte die 53-Jährige in einer ersten Rede. "Lasst uns zusammenarbeiten, um die Normalität in diesem Land wieder herzustellen." Derweil setzte sie die Regierungsbildung fort und benannte neben Finanzminister Alberto Romulo weitere Mitglieder ihres künftigen Kabinetts.

Haushaltsdefizit soll bereinigt werden

"Die Präsidentin hat Anweisung gegeben, für Transparenz zu sorgen, für Verlässlichkeit zu sorgen und unser Äußerstes zu tun, die Finanzen in Ordnung zu bringen", sagte Romulo vor Journalisten. Zunächst gehe es darum, das Haushaltsdefizit von umgerechnet rund 5,7 Mrd. DM wieder in den Griff zu bekommen.

Der unter Korruptionsverdacht stehende Estrada war am Wochenende durch einen unblutigen Volksaufstand gestürzt worden. Sein Amt übernahm die bisherige Vizepräsidentin Arroyo. Vor seinem erzwungenen Rücktritt lief gegen den 63-Jährigen bereits ein Amtsenthebungsverfahren. Darin wurde ihm vorgeworfen, umgerechnet rund 20 Mill. DM von Betreibern einer illegalen Lotterie sowie aus Tabaksteuern kassiert zu haben.

Manilas Aktienmarkt reagiert positiv

Mit kräftigen Zuwächsen reagierte der Aktienmarkt in Manila auf den Machtwechsel. Auch der Peso erholte sich gegenüber dem $. Wirtschaftsführer setzen darauf, dass die neue, in den USA ausgebildete und wirtschaftlich erfahrene Präsidentin für Marktöffnung und fiskalische Stabilität sorgt.

Der 30 Werte umfassende philippinische Aktienindex legte am Montag 255,13 Punkte (plus 17,5 %) zu und schloss bei 1 708,06 Punkten. In den ersten Handelsminuten schoss er kurzfristig um 500 Punkte nach oben. Der Peso kletterte auf 47,20 gegenüber dem $, nachdem er bereits am Freitag nach dem Allzeit-Tief von 55,75 auf 47,50 gestiegen war.

In den vergangenen drei Monaten hatten die Aktien- und Finanzmärkte in Manila unter starkem Druck gestanden. Als Grund nannten Analysten die politische Krise, ausgelöst durch die Bestechungs- und Korruptionsvorwürfe gegen Estrada.

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