Kraftwerkspark für Braunkohle
Gemeimsames Angebot von Bewag und HEW für VEAG

Als Voraussetzung für ein gemeinsames Gebot gilt die Klärung der Frage, wer künftig bei der Bewag die Mehrheit haben soll. Hier lägen die Positionen von HEW und dem US-Konzern Southern Energy immer noch weit auseinander, hieß es am Montag in informierten Kreisen.

dpa BERLIN. Die Neuordnung der ostdeutschen Stromwirtschaft gestaltet sich schwierig. Ein Durchbruch in den Gesprächen zwischen der Hamburgischen HEW und der Berliner Bewag über ein gemeinsames Gebot für den Energieversorger VEAG steht dem Vernehmen nach weiter aus. Beide wollen mit der VEAG und den Braunkohlegesellschaften Laubag und Mibrag eine vierte Energiegruppe auf dem deutschen Markt bilden. Das Gesamtpakt wird auf sechs Mrd. DM geschätzt. Die Bieterfrist für die VEAG läuft am 15. November ab.

Als Voraussetzung für ein gemeinsames Gebot gilt die Klärung der Frage, wer künftig bei der Bewag die Mehrheit haben soll. Hier lägen die Positionen von HEW und dem US-Konzern Southern Energy immer noch weit auseinander, hieß es am Montag in informierten Kreisen. Für Optimismus hatten am Wochenende Äußerungen des Deutschland-Chefs von Southern, Jason Harlan, gesorgt, wonach man mittlerweile einer Einigung sehr nahe gekommen sei. Southern sei auch zu Kompromissen bereit. Es gebe eine reale Chance, sich als Partner zu verstehen.

Bei Southern geht man davon aus, dass alle Beteiligten die "starken Rechte" der Amerikaner bei der Bewag erkennen dürften und ihrerseits Zugeständnisse machen. Southern hat mit 26 % die unternehmerische Führung bei der Bewag und strebt wie HEW die Mehrheit an. Beide Unternehmen wollen ein vom Energieriesen E.ON gehaltenes Aktienpaket von 49 % erwerben.

Als entscheidend könnte sich für die Amerikaner die an der VEAG beteiligte kleine Gesellschaft EHB herausstellen. In ihr sind die Anteile von Bewag, HEW und EnBW sowie der VEW mit je 6,25 % zusammengefasst. Da die EHB nach außen mit einer Stimme sprechen muss, können Bewag, EnBW oder HEW jeden Verkauf von VEAG-Anteilen blockieren. Der Berliner Senat, der dem Verkauf der Bewag-Anteile zustimmen muss, hat die Verkauf der E.ON-Anteile an HEW gerichtlich blockiert. Southern hat ebenfalls eine Einstweilige Verfügung erwirkt.

Eine Einigung über die Führungsstruktur bei der Bewag würde die Chancen von HEW und Bewag für den Erwerb der 81,25 % VEAG- Anteile deutlich verbessern. Diese Anteile müssen E.ON und RWE aus kartellrechtlichen Gründen abgeben.

Bislang bieten HEW und Bewag getrennt. Southern hatte vor einigen Wochen HEW und ihrer Konzernmutter Vattenfall eine partnerschaftliche Führung bei der Bewag vorgeschlagen. Die Beteiligung solle jedoch knapp unter der Mehrheit liegen. Nach Meinung der Amerikaner könnten HEW und Bewag unabhängig von der künftigen Eigentümerstruktur gemeinsam für die VEAG bieten. dpa ch yybb hn

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