Krankengeld soll extra versichert werden
Mehrzahl bleibt von Praxisgebühr verschont

Die meisten Kassenpatienten bleiben womöglich von der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angekündigten Praxisgebühr verschont. So könnten Patienten, die immer zuerst ihren Hausarzt aufsuchen, davon befreit werden. Nur Versicherte, die ohne Überweisung zum Facharzt gehen, müssten dann die Gebühr zahlen. Das Gesundheitsministerium bestätigte am Donnerstag entsprechende Erwägungen. Entschieden sei noch nichts.

HB/dpa BERLIN. Laut "Bild"-Zeitung könnte die Gebühr bei zehn Euro liegen, Mitglieder der Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme sprechen von bis zu 15 ?. Die Gebühr soll Patienten von unnötigen Arztwechseln und Mehrfachuntersuchungen abhalten. Kinder, Einkommensschwache und chronisch Kranke sollen ausgenommen werden. Frauen-, Kinder- und Augenärzte können wohl auch künftig ohne Gebühr direkt aufgesucht werden.

Wenn die meisten Patienten die Praxisgebühr aber vermeiden, würde diese kaum Mehreinnahmen bringen. Die Regierung will jedoch den Kassenbeitrag von heute im Durchschnitt 14,3 auf unter 13 % drücken. Dafür muss sie die Kassen um 13 Mrd. ? entlasten. Dazu will Schröder unter anderem die Zuzahlung der Patienten etwa über Praxisgebühren ausweiten und das Krankengeld aus dem regulären Kassenkatalog streichen.

Arbeitnehmer müssen das Krankengeld möglicherweise mit einem Zusatzbeitrag bei ihrer gesetzlichen Kasse versichern. Ähnlich wie Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) plädierte auch der SPD - Gesundheitsexperte Klaus Kirschner in der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstag) für eine solche Lösung.

Demnach könnten die Arbeitnehmer verpflichtet werden, bei ihrer Kasse eine Zusatzpolice über das Krankengeld abzuschließen. Anders als bisher würden sich die Arbeitgeber aber nicht an dem Beitrag beteiligen. Die privaten Krankenversicherungen wollen das Geschäft mit dem Krankengeld dagegen gerne zu sich holen. Dies lehnte Kirschner als "allerschlechteste Lösung" ab.

Als erste gesetzliche Kasse vereinbarte die AOK Preisrabatte mit einem Pharma-Unternehmen. Danach wird das Unternehmen Hexal der AOK Nachlässe auf den Abgabepreis des Cholesterinsenkers Simvahexal gewähren, teilte der AOK-Bundesverband mit. Solche Rabatte seien seit dem Beitragssatzsicherungsgesetz von Januar 2003 möglich. Angaben zur Rabatthöhe und zu den erwarteten Einsparungen wollte der AOK Bundesverband - nicht machen.

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