Krankenkassen
Beiträge steigen deutlich und früher

Die Krankenkassenbeiträge werden deutlich steigen. Das ist vor Einführung des neuen Gesundheitsfonds erwartet worden. Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich nun aber auch darauf einstellen, dass sie die Anhebung der Beiträge schon bald trifft. Das jedenfalls legt eine aktuelle Mitteilung des Bundesversicherungsamtes nahe.

HB BERLIN. Wie das Amt in Bonn mitteilte, beantragten vier bundesweite Krankenkassen eine Erhöhung ihrer Beitragssätze vor Jahresende. Eine weitere Kasse wolle ihren Satz senken. Damit reiche der Durchschnittssatz aller gesetzlichen Kassen schon vor dem Start des neuen Gesundheitsfonds an 15 Prozent heran, sagte BVA-Sprecher Theo Eberenz.

Hinzu kommen Anhebungen der Beitragssätze regionaler Kassen, die vom Bundesversicherungsamt nicht genehmigt werden müssen. So hatte die AOK Baden-Württemberg mit 2,7 Millionen Mitgliedern zum 1. Oktober ihren Satz um 0,6 Prozentpunkte auf 16 Prozent heraufgesetzt.

Mit Spannung wurde die Empfehlung des Schätzerkreises erwartet, der am Nachmittag nach vier Tagen seine Beratungen abschließen wollte. Die Experten des Bundesversicherungsamts, des Gesundheitsministeriums und des Spitzenverbands der Krankenkassen sollen ausrechnen, wie viel Beitragseinnahmen die Kassen im nächsten Jahr benötigen, um über die Runden zu kommen. Als schwierig gestaltete sich nach Angaben aus dem Umfeld der Schätzer weiter die Prognose der Einnahmen 2009, die von der schwer abschätzbaren Konjunkturentwicklung, dem Arbeitsmarkt und den Löhnen im nächsten Jahr abhängen.

Der DAK-Verwaltungsrat forderte die Regierung auf, den Einheitsbeitrag frühestens zu 2010 festzusetzen und die Einführung des neuen Finanzausgleichs und die Umsetzung der anderen Reformschritte abzuwarten.

Experten gehen davon aus, dass der Beitragssatz mindestens 15,5 Prozent betragen muss. Die Krankenkassen betonen gar, 15,8 Prozent seien zur Deckung aller Ausgaben notwendig, wie es das Gesetz für das Startjahr des Fonds vorschreibe. Vor allem für die Mitglieder preisgünstiger Kassen - etwa einiger Innungs- und Betriebskrankenkassen - wird es damit erheblich teurer.

Die Krankenhäuser mahnten mehr Gelder zur Unterstützung der Hospitäler an, die über den Gesetzentwurf der Bundesregierung hinausgehen. Die Regierung hat den Kliniken rund drei Milliarden Euro mehr zugesagt, nach Lesart der Deutschen Krankenhausgesellschaft umfasst das Hilfspaket aber nur rund zwei Milliarden Euro zusätzlich. Der Verband forderte, das Nettovermögen der Krankenkassen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro in den Fonds und somit in die Diskussion über die Finanzierung der Einrichtungen einzubeziehen.

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