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Krankenkassen wollen dem Druck von Pfizer im Streit um Sortis nicht nachgeben

Ungeachtet der Drohung des US-Pharmakonzerns Pfizer mit einer Schadensersatzklage wollen die gesetzlichen Krankenkassen nicht auf ihre Informationskampagne zu dem Blutfettsenker Sortis verzichten.

dpa-afx BERLIN. Ungeachtet der Drohung des US-Pharmakonzerns Pfizer mit einer Schadensersatzklage wollen die gesetzlichen Krankenkassen nicht auf ihre Informationskampagne zu dem Blutfettsenker Sortis verzichten. Im Streit um die Eingruppierung des Pfizer-Medikaments in eine Festbetragsgruppe mit billigeren Generika machen die Kassen auf gleichwertige Alternativen zu dem Blutfettsenker aufmerksam.

Eine Unterlassungserklärung sei von den Krankenkassen nicht abgegeben worden, sagte der Sprecher des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen, Florian Lanz, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Die gesetzliche Krankenversicherung darf und wird sich nicht durch einzelne Pharmaunternehmen unter Druck setzen lassen", sagte Lanz. Seit 15 Jahren gebe es Festbeträge und diese seien immer wieder beklagt worden. Der BKK-Bundesverband ist unter den Kassen in dieser Angelegenheit federführend.

Pfizer hatte die Kassen aufgefordert, in ihrer Informationskampagne auf Aussagen zu verzichten, wonach es medizinisch gleichwertige Alternativen zu dem Blutfettsenker Sortis gebe. Für die Kampagne zeichnen die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gemeinsam verantwortlich. Die Frist sei am vergangenen Montag abgelaufen, erlärte Lanz. In den in Arztpraxen ausgeteilten Plakaten und Handzetteln werden die Patienten aufgerufen, sich nicht durch die Zeitungsanzeigen des US-Pharmakonzerns Pfizers nervös machen zu lassen. Pfizer hatte auf eine Unterlassung dieser Kampagne gedrängt. In dem Schreiben hatte Pfizer den Kassen unter anderem vorgeworfen, unrichtige Tatsachenbehauptungen aufgestellt zu haben.

Hintergrund

Einige patentgeschützte Medikamente und kostengünstigere patentfreie Nachahmer (Generika) werden von Januar 2005 an in Festbetragsgruppen zusammengefasst. Die Regelung soll die in diesem Jahr noch geltende Erhöhung des Zwangsrabatts auf 16 von sechs Prozent ablösen. Pfizer wie einige andere betroffene Pharmakonzerne haben beim Sozialgericht Berlin Klage gegen die Einordnung ihrer patentgeschützten Medikamente in sogenannte Festpreisgruppen zusammen mit billigeren Nachahmermedikamente eingereicht. Wenn Pfizer wie geplant den Preis für Sortis nicht auf Festbetragsniveau absenkt, müssen rund 1,5 Mill. Kassenpatienten Zuzahlungen von zum Teil mehr als 200 Euro leisten.

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