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Krankenpfleger von Sonthofen: Jetzt werden 80 Fälle untersucht

Sonthofen/Kempten (dpa) - Bei den Ermittlungen gegen den Krankenpfleger von Sonthofen, der zehn Patienten zu Tode gespritzt haben soll, untersucht die Staatsanwaltschaft Kempten jetzt bereits 80 Fälle.

Sonthofen/Kempten (dpa) - Bei den Ermittlungen gegen den Krankenpfleger von Sonthofen, der zehn Patienten zu Tode gespritzt haben soll, untersucht die Staatsanwaltschaft Kempten jetzt bereits 80 Fälle.

Über die bekannt gewordenen Delikte hinaus kämen weitere 70 Patienten in der Sonthofener Klinik als mögliche Opfer des seit Ende letzter Woche inhaftierten Mannes in Frage, teilte die Staatsanwaltschaft Kempten am Mittwoch mit.

Die neue Zahl der Fälle ergibt sich nach Angaben der Anklagebehörde dadurch, dass ein Abgleich der Arbeitszeiten und der Sterbefälle auf der Krankenhausstation des Pflegers abgeschlossen worden ist. Bei den 70 Menschen, die während der Dienstzeit des Pflegers gestorben sind, liege aber kein konkreter Tötungsverdacht vor. Anlass der Überprüfung sei die Tatsache, dass die Menge der gestohlenen Medikamente ausreiche, um mehr als zehn Menschen zu töten.

Die Untersuchungen der Polizei sind inzwischen auch auf den früheren Wohnort des inhaftierten Krankenpflegers ausgedehnt worden. Der 25-Jährige war bis 2002 in Ludwigsburg tätig. Er war mehrere Jahre beim Roten Kreuz aktiv und leistete dort seinen Zivildienst. Die dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger absolvierte er von 1999 bis 2002 am Klinikum in Ludwigsburg.

Die Beteuerung des Krankenpflegers in seinem Geständnis, er habe den Schwerstkranken Leid ersparen wollen und deshalb aus «Mitleid» zur Todesspritze gegriffen, hält die Klinikleitung in Sonthofen nach eigenen Untersuchungen für «abwegig». Der 25-Jährige sei vermutlich psychisch krank und habe eine große kriminelle Energie, erklärte der Geschäftsführer Andreas Ruland. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 25-Jährigen wegen Totschlags in neun Fällen und wegen Tötung auf Verlangen in einem Fall.

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