Krankheit der Trainer-Frau belastet Stimmung
Schweiz fürchtet Pleite im Eröffnungsspiel

Es scheint so, als wäre die Schweiz bereit für die EM. Täglich zieren mehr Flaggen das Straßenbild. Und beim letzten Testspiel gegen Liechtenstein probierten sich die Zuschauer in St. Gallen sogar an der „La-Ola“. So langsam könnte es also losgehen für die „Nati“. Hätte nur nicht Alice Kuhn diesen epileptischen Anfall erlitten.

ST. GALLEN. Es scheint so, als wäre die Schweiz bereit für die EM. Täglich zieren mehr Flaggen das Straßenbild. Und beim letzten Testspiel gegen Liechtenstein probierten sich die Zuschauer in St. Gallen sogar an der "La-Ola". Zwar wollte die Welle anfangs nicht so recht durch das kleine Stadion schwappen. Aber als der Stadionsprecher fast verzweifelte, klappte es doch noch.

So langsam könnte es also losgehen für die "Nati". Hätte nur nicht Alice Kuhn diesen epileptischen Anfall erlitten. Sie ist Ehefrau und Managerin des Schweizer Nationaltrainers, den alle nur "Köbi" nennen und den für gewöhnlich nichts aus der Ruhe bringt. Völlig aufgelöst sei er aber gewesen, als er erfuhr, dass seine Frau im Krankenhaus liege, berichteten seine Spieler.

Dabei hatte sich ein paar Tage zuvor noch alles um Fußball gedreht. "Wir müssen uns steigern", sagte Kuhn nach dem 3:0 gegen Liechtenstein. Er wusste, dass der Auftritt gegen die Amateure aus dem Fürstentum nicht überzeugend war. Zu viele Chancen hatte sein Team gegen den 130. der Weltrangliste zugelassen. Über Kuhn hing ein Flachbildschirm. Stumm lief während der Pressekonferenz eine Aufzeichnung vom 3:1-Sieg des morgigen EM-Auftaktgegners Tschechien gegen Schottland. "Die Gegnerschaft wird bei der EM eine andere sein", sagte Kuhn.

Immerhin war seiner Elf nach dem 2:0 gegen die Slowakei der zweite Sieg binnen einer Woche gelungen, nach zuvor vier Niederlagen in Folge. Vor allem das 0:4-Debakel der "Nati" gegen Deutschland habe Kuhn geschmerzt. Plötzlich stand er in der Kritik, nach den zwei Siegen aber glaubt zumindest jeder zehnte Eidgenosse, dass die "Nati" Europameister wird.

Vor allem, weil sich ihr Kapitän rechtzeitig wieder in Form gebracht hat. Mit seinen zwei Treffern gegen Liechtenstein ist Alex Frei mit 35 Toren nun Rekord-Torschütze. In 59 Länderspielen kommt er auf einen Schnitt von 0,593 Toren pro Spiel. Von allen EM-Stürmern hat nur Tschechiens Jan Koller (0,605) einen höheren.

Das ist beruhigend für Köbi Kuhn. Zumal es seiner Frau wieder besser geht. "Ich kann ruhig hier sein", sagte Kuhn im Quartier in Feusisburg. "Ich weiß, dass es gut kommt."

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