Krankheit tritt normalerweise nur vereinzelt auf
Letzter Milzbrand-Todesfall in Deutschland 1998

afp BERLIN. Milzbrand ist in Deutschland normalerweise äußerst selten. Todesfälle wurden in den vergangenen Jahren nur vereinzelt gemeldet - der letzte laut Statistischem Bundesamt 1998. Die Ansteckung mit den Bazillen erfolgt meist über infizierte Tiere. Eine Ansteckung von einem Menschen zum anderen gibt es so gut wie nicht. Der Milzbrand-Erreger kann in trockener Erde jahrelang überleben.

Zu Beginn des Jahrhunderts kam Milzbrand in Deutschland wegen der schlechten hygienischen Verhältnisse und des weit engeren Kontakts zu Tieren häufiger vor. So wurden 1912 über 332 Erkrankungen gemeldet, knapp 50 Menschen starben. Im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten war dies allerdings immer noch wenig. Seit den späten 60er Jahren liegt die Zahl der Milzbrand-Erkrankungen deutlich unter zehn pro Jahr, seit den 80er Jahren sind es höchstens zwei pro Jahr. Ebenso selten ist Milzbrand als Todesursache.

Schwärzliches Geschwür

Bei fast allen deutschen und weltweiten Fällen handelt es sich um den Hautmilzbrand. Dabei wird der Erreger beispielsweise über kleine Verletzungen an der Hand oder im Gesicht aufgenommen. Das dann auftretende schwärzliche Geschwür sorgt dafür, dass die Krankheit meist rasch entdeckt und erfolgreich behandelt werden kann. Ohne Therapie verlaufen laut Robert-Koch-Institut etwa fünf bis 20 Prozent der Fälle von Hautmilzbrand tödlich.

Wesentlich seltener und gefährlicher ist der Lungenmilzbrand. Um diese Form auszulösen, müssen die Sporen des Bazillus eingeatmet werden. Die Symptome sind dann sehr unspezifisch, und die Erkrankung führt ebenso wie die dritte Variante - der Darmmilzbrand - oft trotz Behandlung binnen weniger Tage zum Tod.

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