Krankheitsbild der Hyperaktivität nicht "erfunden"
Novartis weist Vorwürfe wegen Ritalin aus USA zurück

Reuters ZÜRICH. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat Vorwürfe aus den USA zurückwiesen, wonach das Unternehmen gemeinsam mit Psychiatern das Krankheitsbild der Hyperaktivität "erfunden" habe, um das Medikament Ritalin besser verkaufen zu können. Ein Sprecher des Konzerns konnte am Donnerstag jedoch keine Angaben zu zwei in diesem Zusammenhang in Kalifornien und New Jersey eingereichten Klagen machen, da er diese noch nicht gesehehn habe. In der elektronischen Donnerstagsausgabe des "Wall Street Journal" wurden Anwälte der Klägerseite zitiert, wonach die Novartis-Tochter Ciba-Geigy gemeinsam mit der amerikanischen Psychiatrie-Vereinigung (APA) das sogenannte Attention-Deficit-Syndrom lediglich erfunden habe. Konsumenten würden nun Entschädigungen im Milliardenbereich verlangen, erklärte die Anwälte. Zudem wiesen die Anwälte darauf hin, dass auch in anderen US-Bundesstaaten Klagen eingereicht werden könnten. Der Sprecher von Novartis erklärte zu den Vorwürfen, "Hyperaktivität wurde bereits früher und in den besten Fachblättern beschrieben. Und wir sind nicht die einzigen in diesem Markt. Wir glauben, solche Sammelklagen haben keinen Wert", erklärte er weiter. Bereits in Texas wurde im Mai dieses Jahres eine ähnliche Klage eingereicht. Ritalin, das bereits seit 40 Jahren auf dem Markt ist, habe bereits tausenden von Patienten mit krankhafter Hyperaktivität geholfen, erkläre er. Der Sprecher stimmte jedoch zu, dass es gegenwärtig eine Debatte darüber gebe, ob das Medikament falsch und zu oft eingestzt werde. "Wir selbst empfehlen, dass das Medikament nur in ernsthaften Fällen von Hyperkaktivität bei Kindern eingesetzt wird", erklärt der Sprecher.

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