Krawalle in Hamburg: Zehntausende gehen auf die Straße

Krawalle in Hamburg
Zehntausende gehen auf die Straße

In Deutschland reißen die massiven Proteste gegen den Krieg im Irak nicht ab. Allein in Hamburg zogen am Montag rund 20 000 Jugendliche durch die Stadt und forderten ein Ende der Kämpfe.

HB/dpa BERLIN/HAMBURG. Bei Krawallen am Rande der Demonstration wurden mehrere Menschen verletzt. Die Polizei nahm 36 Demonstranten unter anderem wegen Körperverletzung und schwerem Landfriedensbruch fest, weitere 125 Teilnehmer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. In Leipzig gingen erneut mehrere zehntausend Menschen für den Frieden auf die Straße. Auch in anderen deutschen Städten gab es vereinzelt Schüler- Proteste, die jedoch friedlich verliefen.

Nachdem die Jugendlichen in Hamburg zunächst friedlich durch die Stadt gezogen waren, lieferten sich mehrere hundert Demonstranten in der Nähe des US-Generalskonsulats Auseinandersetzungen mit den Beamten. "Die meisten von ihnen waren Palästinenser und Kurden und nur wenige gewaltbereite Schüler", sagte ein Polizeisprecher. Als Flaschen, Steine und Eier auf die Polizisten geworfen worden seien, setzte die Polizei nach Berichten von Augenzeugen Wasserwerfer und Schlagstöcke ein.

Sowohl Demonstranten als auch drei Beamte seien verletzt worden, berichtete ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Organisatoren wurden vier Demonstranten verletzt. Ein Schülersprecher sprach von "massiven Polizeiübergriffen". Die Hamburger Schüler waren zunächst in einem Sternmarsch durch die Innenstadt gezogen. "Wenn Krieg ist, können wir nicht einfach über Mathematik reden", sagte einer der Organisatoren.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting befürchtet bei einem möglichen Einmarsch türkischer Truppen in den Nordirak "eine zusätzliche Anspannungssituation" in der Hauptstadt. Schon am Wochenende seien für das türkische Generalkonsulat und die türkische Botschaft besondere Schutzmaßnahmen getroffen worden, sagte er dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag). Er rief die 30 000 Kurden in der Stadt auf, "die Auseinandersetzung - wie bisher - nicht nach Berlin zu tragen". Bei der "Montagsdemo" in Berlin zogen knapp 1100 Kriegsgegner zum Brandenburger Tor.

In Leipzig versammelten sich die Menschen am Abend wie in den vergangenen Wochen zu einer Montagsdemonstration. Die Veranstalter gingen von rund 40 000 Teilnehmern aus, die Polizei sprach von rund 25 000. Etwa 1500 Schüler protestierten nach Polizeiangaben in Jena gegen den Krieg. Auch in Wiesbaden, Kiel und Städten Mecklenburg- Vorpommerns gab es größere Schüler-Demonstrationen.

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