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Kreativität durch Open Space

Bei der Open Space Technology (OST) handelt es sich um eine Konferenzmethode, die ohne Tagesordnung, Planung und Referenten auskommt. Entscheidend sind die Teilnehmer und ihre Interessen. Jeder kann ein Experte sein. Wieder nur ein wohlklingender Anglizismus, oder ist etwas dran an der ungewöhnlichen Art von Besprechung?

Entwickelt worden ist die Open Space Methode in den USA von Harrison Owen. Bei einer internationalen Konferenz, die Owen Anfang der 80er Jahre vorbereitet hatte, ergab die anschließende Befragung der Teilnehmer zwar eine Würdigung der aufwendigen Tagung. Interessant wurden die Gespräche aber erst in den Kaffeepausen. Erst dabei kamen die drängendsten Themen auf, es wurden Kontakte geknüpft und Netzwerke gebildet. Der erfahrene Organisationsberater Owen begann, den Prozess der Pausengespräche zu erforschen und entwickelte einen offenen Konferenztyp mit der "Kaffeepause" als zentralem Element.

Seitdem avancierte Open Space zur bekanntesten und wohl auch revolutionärsten Form des Groß-Meetings. Open Space ermöglicht es, komplexe Themen bei maximaler Selbstorganisation mit bis zu 750 Menschen zu bearbeiten. Die Tagesordnungspunkte bestimmen die Teilnehmer zu Beginn selbst. Ebenso übernimmt jeder Teilnehmer die vollständige Verantwortung dafür, wo und wann er während der Konferenz mitarbeitet.

Einzige Vorgabe einer Open Space-Konferenz ist ein Generalthema, über das in den folgenden drei Tagen diskutiert werden soll. Das Thema muss den Beteiligten wichtig, von keinem allein zu lösen und breit genug sein, um Spielraum für Ideen und Kreativität zu lassen. Geeignete Themen sind beispielsweise die Zukunft der eigenen Firma, die Verbesserung der Servicequalität oder der Zusammenarbeit zwischen Abteilungen. "Es gibt einen einzigen Weg, der den Misserfolg einer Open Space-Konferenz garantiert, und das ist der Versuch, die Kontrolle zu behalten", meint Harrison Owen .

Das bedeutet, dass Unternehmensführungen offen sein müssen. Offen für ihre Mitarbeiter, offen für Themen, offen für die ungewöhnliche Art, Treffen und Projekte abzuwickeln. Auch wenn das heißt, dass die Mitarbeiter Inhalte ansprechen, die bisweilen unangenehm sein können, und deshalb seitens der Leitung gerne unter den Teppich gekehrt werden. Eine neue Unternehmenskultur muss vorgelebt werden. Für die Unternehmensleitung wird es bisweilen nicht einfach sein, sich dem Open Space zu stellen, wenn sie damit Kontroll- und Machtverlust in Verbindung bringt. Und das gilt nicht nur für die Old-, sondern auch die New Economy.

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