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Krebsmedikament Iressa von Astrazeneca enttäuscht - Aktie bricht ein

London (dpa-AFX) -Der schwedisch-britische Pharmakonzern Astrazeneca hat mit den enttäuschenden klinischen Daten für seinen Hoffnungsträger Iressa einen weiteren Rückschlag erlitten.

London (dpa-AFX) -Der schwedisch-britische Pharmakonzern Astrazeneca hat mit den enttäuschenden klinischen Daten für seinen Hoffnungsträger Iressa einen weiteren Rückschlag erlitten. In der Studie 709 habe das Krebsmedikament die Überlebenszeit bei Patienten mit Lungenkrebs nicht signifikant erhöht, teilte der Konzern am Freitag mit. Zugleich bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das Ergebnis pro Aktie für 2004 und gab einen Wechsel im Management bekannt. Die Aktie verlor in einer ersten Reaktion 8,22 Prozent auf 1 887 Pence.

In der Studie mit 1 692 Patienten habe die Anwendung von Iressa keinen Vorteil gegenüber wirkungslosen Placebo-Produkten gezeigt, hieß es in der Astra-Mitteilung. Abschließende Ergebnisse werden in der ersten Jahreshälfte 2005 erwartet. Astrazeneca habe die zuständigen Zulassungsbehörden wegen der Ergebnisse kontaktiert. Patienten, die derzeit Iressa einnähmen, sollten mit der Behandlung fortfahren und ihren Arzt konsultieren. Iressa hatte im dritten Quartal einen Umsatz von 113 Mill. Dollar erzielt.

Herber Schlag FÜR Konzern - EPS-Prognose Bestätigt

Die Nachricht ist ein schwerer Schlag für den Konzern, der gehofft hatte, mit der Studie im Kampf um Marktanteile mit dem Konkurrenzmedikament Tarceva des Schweizer Pharmakonzerns Roche Punkte zu machen. Tarceva, das von OSI Pharmaceuticals, Genentech und Roche entwickelt wurde, wird bereits erfolgreich als Leben verlängerndes Mittel eingesetzt Bereits im September hatte Astrazeneca einen Dämpfer für seinen Gerinnungshemmer Exanta erhalten. Ein Beratergremium der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA hatte Exanta nicht zur Zulassung empfohlen.

Zugleich bestätigte Unternehmenschef Tom Mckillop seine Prognose für das Ergebnis pro Aktie für das laufende Geschäftsjahr. Es werde weiterhin vor Sonderposten ein Ergebnis von 2,10 Dollar erwartet. Der Gewinn könne auch "ein wenig höher" ausfallen, teilte der Pharmakonzern mit. In der Prognose seien aber keine Sondereffekte berücksichtigt. Darüberhinaus könnten Rückstellungen für das Medikament Iressa notwendig sein. Auch seien Belastungen für den Fall, dass Exanta in Frankreich nicht zugelassen werden sollte, in der Ergebnisprognose nicht berücksichtigt, teilte Astrazeneca weiter mit.

Astrazeneca kündigte zudem einen Wechsel im Management an: Louis Schweitzer werde ab dem 1. Januar kommenden Jahres die Position des nicht-geschäftsführenden Verwaltungsratschefs innehaben.

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