Krebsmittel Leukine
Schering forscht zu Morbus Crohn Medikament

Der Berliner Pharmakonzern Schering hat mit der dritten Phase klinischer Studien zu der chronischen Darmkrankheit Morbus Crohn begonnen.

Reuters BERLIN. Die Entscheidung beruhe auf einer ersten Analyse von Daten mit 124 Patienten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

"Die erste Durchsicht unserer jüngsten Studie mit Leukine zur Behandlung von Morbus Crohn gibt berechtigten Anlass zu Optimismus", sagte Dr. Joachim-Friedrich Kapp, Leiter des Bereichs Spezial-Therapeutika. Schering hatte vergangenes Jahr erklärt, das Krebsmittel Leukine habe auch Behandlungspotenzial bei der Darmkrankheit Morbus Crohn. Die Schering-Aktie lag am Nachmittag in einem festeren Gesamtmarkt mit fünf Prozent im Plus bei 37,60 Euro.

Dies sei eine durchaus positive Entwicklung, sagte Pharma-Analyst Andreas Schmidt von der Investmentbank Merrill Lynch. Allerdings sei darauf hinzuweisen, dass eine Reihe von Produkten zur Behandlung der Darmkrankheit vielversprechend ausgesehen, aber in der dritten Phase nicht die erwünschte Wirkung erzielten hätten.

Das 1991 zugelassene Medikament für die Krebsbehandlung wird derzeit nicht in Europa, sondern nur in den USA über die Schering-Tochter Berlex Laboratories vertrieben. Der Berliner Konzern hatte Leukine im Juli 2002 von dem US-Unternehmen Immunex gekauft. Schering-Chef Hubertus Erlen hatte in der Vergangenheit das Umsatzpotenzial von Leukine für die Behandlung der entzündlichen Darmkrankheit mit 300 bis 500 Millionen Dollar jährlich ab etwa dem Jahr 2010 angegeben. Nach früheren Angaben rechnet Schering bei einem positiven Verlauf der klinischen Studien, dass der Zulassungsantrag Ende 2006 oder Anfang 2007 gestellt wird. Das Mittel könne dann 2008 für die Behandlung von Morbus Crohn auf dem Markt sein. Nach Schering-Angaben sind weltweit 1,5 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen.

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