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Krebspatientin nach Transplantation von Eierstockgewebe schwangerDPA-Datum: 2004-06-30 17:03:02

Berlin/Löwen (dpa) - Belgische Ärzte haben einer Krebspatientin vermutlich durch die Konservierung ihres Eierstocks zu einer Schwangerschaft verholfen. Teile des Gewebes waren der Frau nach der Krebstherapie, die in vielen Fällen unfruchtbar macht, wieder eingepflanzt worden.

Berlin/Löwen (dpa) - Belgische Ärzte haben einer Krebspatientin vermutlich durch die Konservierung ihres Eierstocks zu einer Schwangerschaft verholfen. Teile des Gewebes waren der Frau nach der Krebstherapie, die in vielen Fällen unfruchtbar macht, wieder eingepflanzt worden.

Die 32-Jährige sei die erste Frau, die nach einer solchen Behandlung schwanger geworden sei, berichtete die Online-Ausgabe des britischen Fachjournals «Nature» am Mittwoch. Ausgeschlossen werden könne aber nicht, dass der im Körper der Frau verbliebene Eierstock nach der Krebsbehandlung seine Arbeit spontan wieder aufgenommen habe.

Die 32-Jährige erwarte ihr Kind im Oktober und sei auf natürlichem Weg schwanger geworden, schreibt «Nature». Die Forscher von der Katholischen Universität Löwen stellten ihren Fall auf dem europäischen Kongress der Reproduktionsmediziner in Berlin vor. Die Universität hatte schon im April verkündet, dass die Frau elf Monate nach der Transplantation ihres eigenen Gewebes schwanger geworden war. Die Frau war zuvor an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Im Jahr 1997 entnahmen die Ärzte ihr vor der Chemo- und Strahlentherapie Eierstockgewebe, froren es ein und transplantierten es im Februar 2003 zurück. Schon im Juni habe der Eierstock den Angaben zufolge wieder angefangen zu arbeiten.

Ärzte vom Universitätskrankenhaus in Kopenhagen hatten auf dem Kongress ebenfalls Fortschritte bei der Behandlung für ehemals krebskranke Frauen mit Kinderwunsch verkündet. Sie gewannen einen Embryo aus den Eizellen einer Frau, deren Eierstockgewebe zwei Jahre lang eingefroren war und ihr wieder transplantiert wurde. Der Embryo sei in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt worden. Ob daraus jedoch eine Schwangerschaft resultierte, war Andersen zufolge am Dienstag noch unklar gewesen.

Eine amerikanische Gruppe hatte im März im Fachjournal «The Lancet» über einen ähnlichen Eingriff berichtet, der nicht zu einer Schwangerschaft führte - was bei künstlichen Befruchtungen nicht selten ist. Das Jahrestreffen der europäischen Reproduktionsmediziner ging am Mittwoch zu Ende.

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