Kredit muss verlängert werden
Mobilcom-Aktienkurs steigt weiter

Die Aktienmärkte sind weiterhin freundlich für die Mobilcom-Aktie gestimmt, weil die Banken einen fälligen Großkredit über 4,7 Milliarden Euro nach Medienberichten noch nicht zurückfordern.

HB/dpa BÜDELSDORF. Am Montag legte das Papier vormittags abermals um mehr als 30 Prozent zu, nachdem bereits der Freitag Kurssteigerungen von rund 50 Prozent gebracht hatte. Im Laufe des Tages will das Büdelsdorfer Mobilfunkunternehmen offiziell mitteilen, ob der Kredit vorläufig gestundet wird. Andernfalls müsste Mobilcom einen Insolvenzantrag stellen. Die Banken haben den Kredit bereits zwei Mal verlängert und würden das Geld verlieren, wenn Mobilcom insolvent würde.

Mit den 4,7 Milliarden Euro hatte MobilCom die Lizenz für den neuen Mobilfunk-Standard UMTS bezahlt. Großaktionär France Télécom hatte sich verpflichtet, die Finanzierung abzusichern und weitere Mittel bis zu zehn Milliarden Euro für den Aufbau des Netzes bereitzustellen. Als sich die Geschäftsaussichten für UMTS-Dienste verschlechterten, geriet France Télécom mit Unternehmensgründer Gerhard Schmid in Streit. Der neue France-Télécom- Chef Thierry Breton muss nun einen Weg finden, wie er einerseits die Zusagen seines Vorgängers Michel Bon einhält und andererseits dem hoch verschuldeten französischen Unternehmen neue Lasten erspart.

Eine Einigung mit France Télécom steht entgegen zahlreichen Medienspekulationen noch nicht bevor. Das Handelsblatt hatte erfahren, France Télécom wolle seien Mobilcom-Besitz von 28,5 Prozent der Anteile an die kreditgebenden Banken weiterreichen. Darin sehen andere Branchenkreise wenig Sinn. Es gibt auch Spekulation, nach der France Télécom nicht nur die Mobilcom-Schulden, sondern gleich das gesamte Unternehmen übernehmen könnte. Mobilcom - Aufsichtsrat Dieter Vogel verhandelt über die Lösung der offenen Fragen mit der Spitze von France Télécom in Paris.

Bis zu einem Ergebnis bleiben auch weitere Entscheidungen in der Schwebe, etwa über neue Kredite der Landesbank Schleswig-Holstein und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch die Verhandlungen zwischen dem Vorstand und den Arbeitnehmern über den Abbau von 1 850 von 4



200 Vollzeit-Arbeitsplätzen haben noch nicht begonnen.

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