Kredit soll aufgenommen werden
DFL will TV-Problem bis zum 15. Juni lösen

Die Deutsche Fußball-Liga will bis spätestens 15. Juni die Entscheidung über einen neuen TV-Vertrag treffen, weil die 36 Proficlubs Planungssicherheit brauchen. Ein Kredit in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro soll Überbrückungshilfe leisten.

dpa LEVERKUSEN. Das gab die DFL-Geschäftsführung am Samstagnachmittag nach einer Mitgliederversammlung in Leverkusen bekannt. Um die aktuellen Finanzprobleme vieler Vereine nach der KirchMedia-Insolvenz zu lösen, will der Dachverband der Bundesliga einen Kredit in einer Höhe zwischen 25 und 30 Millionen Euro aufnehmen. Den aktuellen Finanzbedarf bezifferte DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub auf rund 28 Millionen Euro.

Der noch laufende Vertrag mit der zahlungsunfähigen KirchMedia, aus dem noch 70 Millionen Euro für die abgelaufene Spielzeit ausstehen, soll bis Mitte Juni nicht gekündigt werden. Erster Ansprechpartner für einen neuen Kontrakt sind trotz der Insolvenz die KirchMedia sowie der defizitäre Pay-TV-Sender Premiere, die das Geschäft über eine neue Projektgesellschaft abwickeln würden. Es gebe aber noch weitere Interessenten, sagte Straub. KirchMedia und Premiere bieten einen Vertrag mit zwei Jahren Laufzeit und dreijähriger Option mit einem geschätzten Volumen von 600 Millionen Euro.

Nach Angaben von DFL-Geschäftsführer Straub hätten die Clubs "Nachbesserungsbedarf" angemeldet. Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund sagte: "Das bisherige Angebot ist nicht befriedigend." Bayern Münchens Karl-Heinz Rummenigge erklärte: "Man muss das als Zwischenergebnis sehen."

Straub sagte zu den Verhandlungen mit dem Bezahlsender Premiere, der bisher für die Hälfte des Geldes aufkommt: "Wir werden uns dafür einsetzen, dass es weiter die Vermarktungsplattform Pay-TV gibt." Werner Hackmann, Vorsitzender des DFL-Aufsichtsrates, schränkte aber ein: "Wenn es bis zum 15. Juni keine akzeptable Einigung gibt, müssen wir uns andere Optionen ansehen."

Eine Möglichkeit wäre dann, dass wieder Übertragungsrechte für Live-Spiele an frei empfangbare Sender wie etwa RTL verkauft werden. Einen eigenen TV-Kanal zur neuen Saison schließt die DFL hingegen aus. "Das braucht wesentlich mehr Vorlauf", erklärte der dafür zuständige DFL-Geschäftsführer Michael Pfad.

Dass der derzeit noch gültige TV-Vertrag mit einem Volumen von 820 Millionen Euro für die kommenden beiden Spielzeiten bestehen bleibt, ist inzwischen auszuschließen. Dennoch bleibt er vorerst in Kraft. Straub sagte dazu: "Erst wenn der Insolvenzverwalter erklärt, dass er den Vertrag nicht erfüllen kann, ist der Vertrag frei." Gegen eine außerordentliche Kündigung, mit der die DFL zwischenzeitlich gedroht hatte, spricht eine mögliche Auseinandersetzung vor Gericht.

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