Kredit würde bis Oktober reichen
Metabox sieht noch Chancen für Rettung

Das angeschlagene Multimedia-Unternehmen Metabox sieht noch Chancen zur Vermeidung der Insolvenz, weil sich die "Aktionärsgemeinschaft Metabox" kurzfristig einen Sanierungskredit in Millionenhöhe bemühen wolle. "Wir sind sehr hoffnungsfroh", sagte der Vorstand der am Neuen Markt notierten Metabox, Michael Heckeroth, am Sonntag.

rtr HILDESHEIM. Am diesem Wochenende habe die "Aktionärsgemeinschaft Metabox", die sehr am Fortbestand der Metabox interessiert sei, das Unternehmen durchleuchtet. "Dabei hat die Gemeinschaft empfohlen, die Firma zu erhalten. Ein Ausverkauf soll verhindert werden", sagte der Vorstand. Die Gemeinschaft wolle nun versuchen, kurzfristig eine Million Euro zur Verfügung zu stellen.

"Ich gehe davon aus, dass das Geld bis Dienstag eingegangen sein muss", sagte Heckeroth auf die Frage, wie schnell das Unternehmen auf dieses Geld angewiesen sei. Es könne aber auch sein, dass der Zeitraum um einen Tag ausgeweitet werde, falls etwa noch nicht die gesamte Summe zusammengekommen sei. "Letztlich kommt es darauf an, dass der vorläufige Insolvenzverwalter von der Möglichkeit der Rettung überzeugt ist."

Umfassendes Sanierungskonzept erst für Oktober vorgesehen

Sollte es nicht zu dieser Lösung kommen, komme es voraussichtlich zum Insolvenzplanverfahren, wodurch sich die Fortführung der operativen Geschäfte aber erschweren würde. Das Unternehmen beschäftige derzeit noch etwa 65 Mitarbeiter.

"Sollte die eine Million Euro aufgebracht werden, wird dies voraussichtlich bis zum Oktober reichen", sagte Heckeroth. Auf der Hauptversammlung in dem Monat müsse dann ein umfassendes Sanierungskonzept vorgelegt werden. Dies würde nach Berechnungen der Aktionärsgemeinschaft, die auch von Metabox getragen würden, weitere 15 Mill. DM erforderlich machen, die durch geeignete Kapitalmaßnahmen bereit gestellt werden müssten. "Das kann dann zum Beispiel durch die Ausgabe neuer Aktien passieren", sagte Heckeroth. Aber auch ein Verkauf an das Management oder ein Bankkredit sei denkbar.

Der Hersteller von Set-Top-Boxen für einen Internet-Zugang per Fernseher hatte im Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Am Freitag hatte die Firma mitgeteilt, dass eine angekündigte Schadensersatzklage der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) eingegangen sei. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Graaff räumt der Klage aber nur geringe Erfolgschancen ein. Bereits am Donnerstag hatte Metabox mitgeteilt, auch die Verhandlungen mit einer zweiten Investorengruppe über einen Einstieg hätten sich zerschlagen. Die Aktie war am Freitag zeitweilig um 40 % auf ein Jahrestief von 0,21 € gefallen.

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