Kreditanstalt für Wiederaufbau bangt um halbe Milliarde Dollar
Selbst Walt Disney trifft die United-Krise

Die drohende Mega-Pleite der US-Fluggesellschaft United Airlines bereitet auch vielen Banken Kopfzerbrechen. Eine Reihe von Kreditinstituten steht vor mehr oder minder dicken Abschreibungen, sollte die zweitgrößte Fluglinie der Welt Konkursantrag stellen.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. United hat in den vergangenen Wochen mit vielen Banken verhandelt, um die Kosten für laufende Flugzeug-Leasingraten im Wert von 7 Mrd. Dollar zu drücken. Beim Leasing-Geschäft ist auch Walt Disney im Spiel: Der US-Medienkonzern muss Investitionen abschreiben, wenn United Airlines das Flugzeug-Leasing auf Grund des Insolvenzverfahrens einstellen sollte. Laut einem Jahresbericht an die US-Börsenaufsicht SEC hat Walt Disney zwischen 1992 und 1994 insgesamt 289 Mill. Dollar ins Flugzeug-Leasing investiert. Maschinen von United Airlines machten davon 114 Mill. Dollar aus. Stellt die Fluggesellschaft das Leasing ein, verliere Walt Disney nicht nur die Leasingeinnahmen, sondern müsse künftig auch höhere Steuern zahlen, teilte der Konzern gestern mit.

Die staatliche deutsche Förderbank KfW ist bei United Airlines ebenfalls betroffen: Sie hat United Kredite in Höhe von 500 Mill. Dollar gewährt. Das bestätigte gestern eine Sprecherin der Bank. "Wir führen derzeit Gespräche, wie es damit weitergeht", sagte sie. Mit Berufung auf das Bankgeheimnis wollte sie keine weiteren Details nennen. Branchenkreisen zufolge werden am 9. Dezember Zahlungen fällig. Das Engagement bei United ist nach Angaben der Sprecherin ein Bestellerkredit im Rahmen der Exportförderung: Käufer von deutschen Exporten, in diesem Fall der Airbus-Produktion, werden von der staatlichen Förderbank mit Krediten unterstützt. Im vergangenen Geschäftsjahr hat die KfW insgesamt 1,33 Mrd. Euro Exportfinanzierungen für die Flugzeugindustrie zugesagt. Damit fließt ein Viertel der gesamten Exportfinanzierung in diese Branche.

Kann United Airlines den Forderungen der Banken nicht mehr nachkommen und die finanzierten Flugzeuge werden außer Betrieb genommen, bleiben die Gläubigerbanken schlimmstenfalls auf Flugzeugen sitzen, die sie derzeit kaum oder nur mit hohen Wertverlusten wieder loswerden. Mit diesem Problem haben viele Flugzeugfinanziers seit den Terroranschlägen im vergangenen Jahr immer wieder zu kämpfen.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%